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von Dirk Groeger

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Berggeschichten aus erster Hand

Was gibt es Neues bei Mountain Spirit?

In unserem Blog berichten wir über unsere Reisen, Kurse und Expeditionen, stellen neue Tourenziele vor und teilen Erlebnisse aus dem Bergführeralltag. Daneben greifen wir spannende Themen aus der Bergsportwelt auf und halten euch über Entwicklungen, Projekte und besondere Ereignisse auf dem Laufenden.

Unterwegs im arktischen Frühling

Spitzbergen Ski & Sail Saison 2026

25.05.2026 | Auch dieses Frühjahr waren wir wieder zwei Wochen mit zwei Gruppen an der Westküste Spitzbergens unterwegs, an Bord der inzwischen vertrauten Ocean B, die sich für uns längst wie ein schwimmendes Zuhause im hohen Norden anfühlt.

Ein gelungener Start
Manchmal gibt es diese Reisen, bei denen es einfach passt.
Bereits die Anreise verlief überraschend entspannt. Keine größeren Verzögerungen, keine verlorenen Taschen, keine besonderen Zwischenfälle. Lediglich ein paar Ski kamen erst am nächsten Morgen an und auf dem Rückflug verschob sich eine Flugzeitnum einen halben Tag. Wer schon öfter mit SAS Richtung Arktis unterwegs war, weiß: Das darf man durchaus als Erfolg verbuchen.
Desweiteren hatten wir dieses Jahr zwei außergewöhnlich harmonische Gruppen an Bord. Gute Stimmung vom ersten Tag an, viel gemeinsames Lachen und jeder war auch im übertragenen Sinne mit im Boot.

Parallel zu uns war auf dem zweiten Schiff von Natango, der Ocean C, jeweils eine Gruppe einer Schweizer Bergschule unterwegs. Mit den beiden Bergführerkollegen verbindet uns teilweise bereits eine längere Bekanntschaft und es war schön, sich hier oben im Norden wiederzutreffen. Immer wieder lagen wir in denselben Buchten vor Anker, nutzten gemeinsame Anlegestellen oder trafen uns am Abend auf einen Apero zwischen Gletschern, Fjorden und Mitternachtssonne.

Vielen Dank für das angenehme und kollegiale Miteinander, das diese Reise ganz sicher für alle zusätzlich bereichert hat.

Schneeverhältnisse und Themperatur
Die Schneelage war dieses Jahr etwas dünner als in den vergangenen Jahren. Die Temperaturen waren ungewöhnlich mild, auf Meereshöhe hatten wir häufig Plusgrade. Longyearbyen präsentierte sich bereits weitgehend schneefrei, was für Mitte Mai eigentlich kaum vorstellbar ist. Der Klimawandel ist auf Spitzbergen längst keine abstrakte Vorstellung mehr, man erlebt ihn hautnah.
Trotzdem fanden wir in vielen Expositionen sehr oft hervorragende Bedingungen zum Skifahren. Vor allem auf Prins Karls Forland und im St. Jonsfjorden konnten wir mehrere traumhafte Abfahrten genießen. Einige schöne „First Lines“ gelangen uns auch in steilerem Gelände und es ist jedes Mal ein besonderes Gefühl, als Erster seine Spuren in einer unberührten Flanke zu hinterlasen.
Passend dazu findet sich in den Verhaltensregeln für Svalbard ein Satz, der vieles über diesen besonderen Ort aussagt: Man soll nichts hinterlassen außer seinen Spuren im Schnee. Es gelten diesbezüglich strenge Regeln für den Umgang mit der Natur.

Eisverhältnisse
Bemerkenswert war dieses Jahr außerdem, dass wir während der gesamten Reise kein einziges Mal den sogenannte Ice Chart konsultieren mussten. Normalerweise gehört der tägliche Blick auf die Eiskarten fast selbstverständlich zur Planung dazu. Dass entlang der Westküste praktisch kein relevantes Treibeis vorhanden war, ist eher ungewöhnlich und zeigt erneut, wie stark sich die Bedingungen dort oben verändern.

Licht, Wetter und diese besondere Stimmung
Besonders gut meinte es der Wettergott zu Beginn beider Wochen mit uns. Strahlend blauer Himmel, absolute Windstille und dieses magische arktische Licht, das sich kaum beschreiben lässt. Die Sonne verschwindet hier oben nie wirklich. Stattdessen zieht sie flach über den Horizont und taucht Berge, Gletscher und Wasser rund um die Uhr in ein weiches, langgezogenes Licht.
Irgendwann verliert man völlig das Gefühl für die Tageszeit. Um Mitternacht mit einer warmen Tasse Tee auf Deck zu stehen, während die Berge in orangefarbenem Licht leuchten, spätestens in diesem Moment wird klar, warum man hierhergekommen ist.
Ab Wochenmitte wurde das Wetter jeweils etwas wechselhafter, trotzdem konnten wir weiterhin einige Touren unternehmen.

Barentsburg, Ny-Ålesund - Leben am Rand der Arktis
Mit der ersten Gruppe besuchten wir die russische Bergbausiedlung Barentsburg. Ein Besuch in der nördlichsten Brauerei ist schon einen kleinen Schlenker wert, denn das Pub Krasny Medved ist legendär. Die zweite Gruppe schaffte im Rahmen einer Überschreitung sogar den Weg bis nach Ny-Ålesund.
Beide Orte haben ihre ganz eigene Geschichte und Atmosphäre. Ursprünglich wurden sie als Bergbausiedlungen gegründet und wirken bis heute wie Außenposten am Rand der Arktis.

Tierebeobachtungen
Auch tierisch hatte Spitzbergen wieder einiges zu bieten: zahlreiche Rentiere, Walrösser, Robben, Schneehühner, Polarfüchse und unzählige arktische Vogelarten begleiteten unsere Reise. Nur die Eisbären ließen sich dieses Jahr nicht blicken. Vermutlich lag das am fehlenden Eis entlang der Westküste, und mit dem Eis verschwinden dort auch ihre Jagdgründe.

Danke an die Crew
Ein großes Dankeschön geht auch dieses Jahr wieder an unsere fantastische Schiffscrew. Was dort geleistet wird, bekommt man als Gast oft nur am Rande mit. Häufig wurde nachts durch die Fjorde gefahren, damit wir morgens bereits am nächsten Ausgangspunkt lagen. Und obwohl es hier oben nie wirklich dunkel wird, ist eine nächtliche Fahrt durch die arktischen Gewässer trotzdem nicht ohne .
Umso beeindruckender, wenn um 7 Uhr morgens bereits ein perfekt vorbereitetes Frühstück auf dem Tisch steht.

Spitzbergenpläne 2027
Auch im kommenden Frühjahr werden wir zur gleichen Zeit diese besondere Reise wieder anbieten und freuen uns schon jetzt darauf, erneut mit Ski und Ocean B durch die arktischen Fjorde Spitzbergens unterwegs zu sein.

Die Rahmenbedingungen in Svalbard verändern sich allerdings derzeit spürbar. Die norwegischen Behörden verschärfen viele Vorschriften, der organisatorische Aufwand wird größer und auch die Durchführung solcher Reisen aufwendiger. Umso mehr wissen wir es zu schätzen, diese einzigartige Kombination aus Skitouren, Schiff und arktischer Natur noch erleben und mit unseren Gästen teilen zu dürfen.

Und wer jetzt Lust bekommen hat, selbst einmal mit Ski und Schiff durch die arktischen Fjorde Spitzbergens zu reisen, sollte vielleicht nicht mehr allzu lange warten.

Skitouren im Ewigkeitsfjord Westgrönland 2026

Umgeben von steilen Gipfeln und gewaltigen Gletschern zieht sich der Ewigkeitsfjord 180 Kilometer weit ins Landesinnere an der westgrönländischen Küste.
Dash-8 came to Greenland in 2010, when Air Greenland began a modernization of the domestic flight with fixed-wing aircraft.
Air Greenland Dash-8 in Nuuk, vor dem Start nach Maniitsoq
Maia in Nuuk 2026, Greenland is not for SALE!
Maia in Nuuk 2026, Greenland is not for SALE!
Flug über West-Grönland, Gletscher mündet in Fjord
Flug über West-Grönland, Gletscher mündet in Fjord
Anflug im Airbus 330 auf Nuuk, 2026
Anflug im Airbus 330 auf Nuuk, 2026
Grönland, Skitour Maniitsoq, segelyacht Ocean A, Gletscherbruch
Grönland, Skitour Maniitsoq, segelyacht Ocean A, Gletscherbruch
Der Eternity Fjord (grönländisch Kangerluarsuk Sujuller, dänisch Evighedsfjorden) ist ein atemberaubender, ca. 180 Kilometer langer Fjord an der Westküste Grönlands
Grönland, spiegelglattes Wasser im Evighedsfjorden
Grönland, tower flughafen Maniitsoq
Grönland, tower flughafen Maniitsoq
Grönland, Skitourengruppe am seil im Evighedsfjorden
Grönland, Skitourengruppe am seil im Evighedsfjorden
Grönland, Skitourengruppe am seil auf einem gletscher
Grönland, Skitourengruppe am seil auf einem gletscher
Leute stehen auf einem Boot und schauen auf die Berge. Die Sonne scheint auf das Wasser und die Eisstücke.
Schifffahrt im Fjord während des Tages
am ende des 180 km langen Kangerlussuaq-Fjord
am ende des 180 km langen Kangerlussuaq-Fjord
Grönland, Skitour ManiitsoqSizeRender
Grönland, Skitour ManiitsoqSizeRender
Flacher Gletscheranstieg im Eternity Fjord
Flacher Gletscheranstieg im Eternity Fjord
Muskox, Greenland’s Gentle Giant
Muskox skelett west greenland
zodiac, eisberg, ewigkeitsfjord
zodiac, eisberg, ewigkeitsfjord
gletscher fließt ins meer, im vordergrund reling unserer yacht
gletscher fließt ins meer, im vordergrund reling unserer yacht
Gletscher fließt in den Eternity Fjord
Gletscher fließt in den Eternity Fjord
Grönland, gletschereis
Grönland, gletschereis
Grönland, gletscher im Ewigkeitsfjord
Grönland, gletscher im Ewigkeitsfjord
Grönland, Kajaks lagern am Strand in Nuuk
Grönland, Kajaks lagern am Strand in Nuuk
Grönland, Häuser in Nuuk
Grönland, Häuser in Nuuk
The iconic colorful houses of Nuuk
The iconic colorful houses of Nuuk
Grönland, Gruppe auf Bootssteeg in Maniitsoq
Grönland, Gruppe auf Bootssteeg in Maniitsoq
Grönland, Skitour Maniitsoq 8232
Grönland, Skitour Maniitsoq 8232
Grönland, Skitour im Evighedsfjorden
Grönland, Skitour im Evighedsfjorden
Grönland, wilde Fels- und Gletzscherlandschaft im Ewigkeitsfjord
Grönland, wilde Fels- und Gletzscherlandschaft im Ewigkeitsfjord
Grönland, Skitour Maniitsoq 8177
Grönland, Skitour Maniitsoq 8177
Grönland, Museum und Friedhof Maniitsoq
Grönland, Museum und Friedhof Maniitsoq
Grönland, Skitourengruppe im Evighedsfjorden
Grönland, Skitourengruppe im Evighedsfjorden
Grönland, Skitourengruppe am seil auf einem gletscher bei schlechter sicht
Grönland, Skitourengruppe am seil auf einem gletscher bei schlechter sicht
Grönland, fischereihafen nuuk, rote boote
Grönland, fischereihafen nuuk, rote boote
Grönland, Fjordlandschaft beim Anflug auf Maniitsoq
Grönland, Fjordlandschaft beim Anflug auf Maniitsoq
Skitouren West-Grönland, Zodiac beim Anlanden
Skitouren West-Grönland, Zodiac beim Anlanden
Seehundfell in Nuuk
Seehundfell in Nuuk

Von Kopenhagen in die Arktis
Im vergangenen Frühjahr hatten wir die Gelegenheit, mit dem Zweimaster Ocean A den Evighedsfjord, den sogenannten Ewigkeitsfjord, zu erkunden. Eine Reise, die uns nicht nur großartige Skitouren bescherte, sondern auch eindrucksvoll zeigte, wie ursprünglich und gewaltig die Natur in diesem Teil der Welt noch immer ist.

Bereits die Anreise ist ein Abenteuer für sich. Von Kopenhagen geht es zunächst nach Nuuk und von dort weiter zum kleinen Flughafen von Maniitsoq. Wir hatten großes Glück mit dem Wetter und wurden schon beim Überflug über die grönländische Küste mit spektakulären Ausblicken belohnt. Tief eingeschnittene Fjorde, unzählige Inseln und schneebedeckte Berge zogen unter uns vorbei und ließen die Vorfreude auf die kommenden Tage weiter steigen.

Da unser Flugplan einen zusätzlichen Tag in Nuuk vorsah, nutzten wir die Gelegenheit für einen ausgedehnten Rundgang durch die Hauptstadt Grönlands. Zwischen bunten Holzhäusern, modernen Gebäuden und dem geschäftigen Hafen konnten wir erste Eindrücke vom Leben in der Arktis sammeln, bevor es am nächsten Tag weiter nach Maniitsoq ging.

Aufbruch in den Ewigkeitsfjord
Die Stadt trug früher den dänischen Namen Sukkertoppen, was übersetzt „Zuckerhut“ bedeutet. Heute wird wieder überwiegend der grönländische Name Maniitsoq verwendet. Nach dem Einkauf der letzten Vorräte – darunter natürlich auch ausreichend Bierdosen für die kommenden Tage – bezogen wir unser Zuhause für die nächste Woche. Schon kurz darauf verließen wir den Hafen und nahmen Kurs auf den Evighedsfjord.

Der Ewigkeitsfjord macht seinem Namen alle Ehre. Über mehr als hundert Kilometer zieht sich dieses gewaltige Fjordsystem ins Landesinnere. Immer wieder öffneten sich neue Seitenarme, mächtige Gipfel erhoben sich direkt aus dem Meer und Gletscher reichten bis tief in die Täler hinab. Bereits nach kurzer Zeit wurde klar, dass wir uns in einer Landschaft bewegten, die selbst für erfahrene Skitourengeher etwas Besonderes ist.

Allein in einer Welt aus Bergen und Fjorden
Die ersten Tage hätten kaum besser verlaufen können. Bei stabilem Wetter erkundeten wir die Berge im Inneren des Fjordsystems. Was wir zu Anfang kaum zu wagen gehofft hatten, konnten wir im Verlauf der Reise jeden der Seitenarme bis zu seinem Ende erkunden.

Wenn die Natur den Kurs bestimmt
Nach einigen außergewöhnlich schönen Tagen änderte sich die Wetterlage jedoch grundlegend. Die Vorhersagen kündigten ein kräftiges Sturmtief an. Unsere erfahrene Skipperin entschied deshalb, sich weit in die geschützten Bereiche des Fjords zurückzuziehen und dort das Unwetter abzuwarten. Während draußen Wind und Wellen zunahmen, lagen wir sicher vor Anker und konnten die gewaltige Naturkulisse aus einer anderen Perspektive erleben.

Auch wenn die Tourenplanung angepasst werden musste, waren diese Tage ein Erlebnis für sich. Die steilen Bergflanken, die mächtigen Gletscher und die völlige Abgeschiedenheit machten deutlich, wie groß und unberührt diese Region noch immer ist. Über die gesamte Woche hinweg begegneten wir keinem anderen Skitourengeher und nur einem weiteren kleinen Boot. Eine Einsamkeit, wie man sie in Europa kaum noch findet.

Zurück nach Maniitoq
Ein letztes kleines Abenteuer wartete auf der Rückfahrt nach Maniitsoq. Das Meer hatte sich noch nicht vollständig beruhigt und so wurden wir auf den letzten Seemeilen von spürbarem Wellengang begleitet.

Eine Reise für Entdecker
Wer Einsamkeit sucht, gerne neue Wege geht und das Abenteuer abseits der bekannten Skitourenziele erleben möchte, findet hier eine Region, die noch immer den Charakter einer echten Entdeckungsreise besitzt.

Skitouren & Freeriden in Georgien

Das Schöne an Georgien ist, dass es eigentlich direkt um die Ecke liegt. Natürlich nicht ganz, die Anreise mit dem eigenen Auto wäre schon etwas umständlich. Aber: Flug ab Memmingen, knapp vier Stunden in der Luft, kurz noch ins Hotel, eine Mütze Schlaf und schon geht es hinein in den Hohen Kaukasus.

Von Memmingen in den Kaukasus
Um 18:25 Uhr steigen wir in den Flieger, eine schnellere Anreise nach Georgien ist über andere Verbindungen kaum möglich. Landung kurz nach Mitternacht, Gepäck (Skisack inklusive) ist auch angekommen, wir sind nicht die einzigen mit Ski. Eine große Gruppe Österreicher ist auch mit an Bord, mit dem Ziel Bakhmaro. Nachdem wir uns eine SIM Karte bei MagtiCom organisiert haben wartet schon unser Fahrer auf uns und bringt uns ins nahegelegene Guesthouse. Am nächsten Morgen um 8 Uhr gehts weiter.

Die Fahrt nach Mestia, dem alpinen Zentrum Oberswanetiens, dauert je nach Strassenbedingungen 5 - 6 Stunden. Der Ort lässt sich normalerweise mit normalen Fahrzeugen gut erreichen, allerdings kann es witterungsbedingt zu Problemen kommen, deshalb würden wir immer ein Allradfahrzeug bevorzugen.
Für die letzten Kilometer zu den Ausgangspunkten unserer Touren steigen wir in die allgegenwärtigen Mitsubishi Delicas um, da gibt es nichts besseres. Diese, manchmal schon betagten Allradbusse gehören in Swanetien genauso zum Landschaftsbild wie die mittelalterlichen Wehrtürme und bringen Menschen, Material und ganze Reisegruppen zuverlässig über die verschneiten Bergpisten.

Skitouren, Freeriden und Powder
Wir unternehmen Skitouren in verschiedene Seitentäler rund um Mestia und Ushguli und checken natürlich auch die beiden Freeridegebiete Hatsvali und Tetnuldi aus.

Das Ergebnis der Reise kann sich sehen lassen: etliche Höhenmeter, jede Menge Powder und viele gelungene Abfahrten. Die Sichtverhältnisse waren zwar nicht immer optimal, aber was soll's – das nächste Mal machen wir das einfach mit Aussicht.

Auch kulinarisch eine Reise wert
Mindestens genauso positiv überrascht hat uns das Essen. In Mestia gibt es mittlerweile zahlreiche gemütliche Restaurants und Cafés, in denen man nach einem langen Tag im Schnee hervorragend einkehren kann. Auf den Tisch kommen georgische Klassiker wie Khinkali, Khachapuri oder verschiedene Fleisch- und Gemüsegerichte. Alles unkompliziert, reichlich und leider viel zu lecker.

Last but not least möchten wir noch die ausgesprochen ehrliche Gastfreundschaft erwähnen. Egal, wo man im Land hinkommt, es ist immer ein gutes Gefühl. Auch die Organisation von Transporten, Unterkünften und lokalen Guides war sehr unkompliziert. Das alles hat uns überzeugt, wiederzukommen.

Der nächste Besuch steht bereits im Sommer an. Dann werden wir die Region im Rahmen des Transcaucasian Trails erneut unter die Lupe nehmen und das Gelände für unsere geplanten Trekkingtouren erkunden.

Rückblick Lyngen Alps 2026

Die Skitourensaison 2026 in den Lyngen Alps liegt hinter uns. Zeit für einen kurzen Rückblick auf viele großartige Touren und eine Region, die uns nach wie vor immer wieder begeistert.

Saisonstart mit Herbert
Den Auftakt Ende Februar machte erneut Herbert, der fünf Wochen in den gemütlichen Sea-Cabins am Lyngenfjord verbrachte und viele unserer Tourengeher sicher durch die Bergwelt Nordnorwegens führte. Fast schon zur Routine ist es für Herbert geworden, im Anschluss kurz mal auf den höchsten Berg der Erde zu steigen. Die Wochen am Lyngenfjord nutzte er gleichzeitig als letzte Vorbereitungsphase für seine Expedition und verbrachte jede Nacht im Hypoxiezelt, bevor es für ihn in den Himalaya ging. Im Mai stand Herbert dann zum sechsten Mal auf dem Gipfel des Mount Everest. Damit gehört er zu einem sehr kleinen Kreis von Bergführern weltweit, die auf eine solche Erfahrung zurückblicken können.

Eine Woche wie aus dem Bilderbuch
Anfang April war ich selbst für eine Woche vor Ort und habe den Joker gezogen. Nicht nur die Gruppe war super stark, auch die Bedingungen waren traumhaft – und so konnten wir in sechs Tourentagen 9.000 Höhenmeter sammeln. Einer der Höhepunkte war die Kombination aus Gillevárri und Nordmannviktinden, eine Tour, die ich auch schon länger nicht mehr gemacht hatte. Unglaublich, dass wir an so einem Tag auch noch die einzige Gruppe am Berg waren. Solche Tage bleiben auch nach vielen Jahren als Bergführer in Erinnerung.

Waffeln auf Arnøya
Natürlich durfte auch Arnøya nicht fehlen. Die Insel gehört für mich zu den besonderen Orten der Region. Nach der Tour auf den Arnøyhøgda führte der Weg wie so oft nach Lauksletta Overnatting. Dort warteten hausgemachte Waffeln mit Sahne und Marmelade oder Brunost und Kaffee auf uns. Das ist schon eine Tradition, auf die wir uns fast mehr freuen als auf die Abfahrt selbst.

Skitouren bis in den Mai
Im Anschluss übernahmen Ivo und Julian die weiteren Wochen und die Führung der letzten Gruppen. Bis Anfang Mai waren wir noch auf zahlreichen Touren rund um den Lyngenfjord, Kågen, Uløya und Arnøya unterwegs. Die Saison zeigte wieder einmal, welches Potenzial diese Region bereithält und wie vielseitig sie ist. Vom klassischen Sea-to-Summit-Gipfel direkt über dem Fjord bis zu versteckten Pulverhängen war alles dabei.

Der heimliche Star der Saison
Ein besonders dickes Dankeschön geht wieder an das gesamte Team von Lyngen North. Jahr für Jahr schaffen sie einen Ort, an dem man sich sofort willkommen fühlt. Besonders erwähnen müssen wir in dieser Saison unseren schwedischen Koch David aus Kalix nördlich von Luleå. Was er Abend für Abend auf den Tisch brachte, war schlicht außergewöhnlich. Für uns Bergführer bestand während der gesamten Saison die reale Gefahr, dass David uns die Show stiehlt. Manchmal hatten wir den Eindruck, dass am Frühstückstisch mehr über das Abendessen gesprochen wurde als über die Skitour vom Vortag.

Ausblick auf den Winter 2027
Und wie geht es nächsten Winter weiter?

Die gute Nachricht: Auch kommende Saison wird wieder das gleiche Bergführerteam am Lyngenfjord unterwegs sein. Herbert, Ivo, Julian und ich werden erneut mehrere Wochen vor Ort verbringen und unsere Gäste durch eine der schönsten Skitourenregionen Europas führen. Herbert startet am 27.02.2027 mit dem ersten Termin.

Wir freuen uns schon jetzt auf viele bekannte Gesichter, neue Gäste und unseren 16. Winter in den Lyngen Alps.

Bis bald am Fjord!

Länderflaggen, Norwegen
Beschränkung im Personentransport in Norwegen

Aktuelle Information zu unseren Skireisen 2027

In Norwegen wurden zu Beginn des Jahres 2026 die Regelungen zum gewerblichen Personentransport deutlich verschärft. Seitdem ist es Bergschulen, Bergführern und Reiseanbietern nicht mehr gestattet, Gäste im Rahmen von Skitourenreisen zu transportieren, sofern sie hierfür über keine norwegische Taxi- oder Transportlizenz verfügen.

Die Regelung betrifft nicht nur eigene Fahrzeuge, sondern auch gemietete Fahrzeuge. Damit sind viele bislang übliche Organisationsformen von Skitourenreisen in Norwegen aktuell nicht mehr zulässig.

Aus diesem Grund werden unsere Norwegenreisen ab der Saison 2027 vorläufig als Selbstfahrertouren durchgeführt. Nach unserer Einschätzung ist dies derzeit die einzig sinnvolle und rechtssichere Lösung, um unseren Gästen auch künftig sichere, professionelle und verlässlich organisierte Skitourenwochen in Norwegen anbieten zu können.

Die Reservierung der Mietfahrzeuge sowie die Organisation der Fahrzeugübernahme vor Ort werden von uns übernommen. Auch die gemeinsame Tourenplanung und die Betreuung durch unsere Bergführer bleiben davon unberührt.

Sollten sich Änderungen ergeben werden wir unsere Leistungen entsprechend anpassen.

Ivbv3
Ausbildungen und Berufsbezeichnungen

Qualifikationen am Berg

Wer darf sich eigentlich Bergführer, Wanderleiter oder Skilehrer nennen?

Im Bergsport gibt es unterschiedliche Ausbildungswege und Qualifikationsstufen. Neben ehrenamtlichen und freizeitbezogenen Ausbildungen (z.B. DAV, DSV), die vor allem auf die Leitung von Gruppen im Vereins- oder privaten Rahmen ausgerichtet sind, existieren auch umfassende staatliche und international standardisierte Berufsausbildungen.
Diese sind speziell darauf ausgelegt, Menschen professionell und gewerblich in den Bergen zu begleiten.

Internationale Dachverbände

Internationale Verbände wie die International Federation of Mountain Guides Associations (IFMGA), die Union of International Mountain Leader Associations (UIMLA) und die International Ski Instructors Association (ISIA) definieren weltweit anerkannte Standards für Ausbildung und Regeln zur Berufsausübung.
In vielen Ländern, wie z.B. sämtliche Alpennationen, sind diese Qualifikationen Voraussetzung, um kommerziell geführte Touren, Kurse und Reisen anbieten zu dürfen.

International anerkannte Ausbildungen

1. Staatlich geprüfter Berg- und Skiführer (IFMGA / UIAGM / IVBV)
Diese Ausbildung erfolgt nach den internationalen Richtlinien der IFMGA und gilt weltweit als höchster Standard im alpinen Bergsport. Sie dauert mehrere Jahre und setzt umfangreiche persönliche Erfahrung im Hochgebirge voraus.

Berg- und Skiführer sind international qualifiziert, Gäste in allen alpinen Disziplinen zu führen – vom Fels- und Eisklettern über Hochtouren und Skitouren bis hin zu anspruchsvollen Expeditionen.

2. International Mountain Leader (IML / UIMLA)
Die Ausbildung erfolgt nach den Standards der UIMLA und ist international einheitlich aufgebaut. International Mountain Leaders begleiten Gäste weltweit auf anspruchsvollen Bergwanderungen, Trekkingreisen und alpinen Touren im nicht vergletscherten Gelände.

Auch hier sind umfangreiche persönliche Erfahrung, mehrjährige Ausbildung sowie Theorie- und Praxismodule Voraussetzung.

3. Staatlich geprüfter Skilehrer (ISIA)
Diese Ausbildung folgt den internationalen Standards der ISIA und steht für höchste Qualität im Skiunterricht. Neben technischem Können umfasst sie moderne Unterrichtsmethodik, Bewegungsanalyse, Sicherheitskompetenz und pädagogische Fähigkeiten.
Die Ausbildung erfolgt über mehrere Jahre und wird durch praktische Erfahrung sowie kontinuierliche Weiterbildung ergänzt.

Nationale Ausbildungsinstitutionen
In Deutschland ist für die Berg- und Wanderführerausbildung der Verband Deutscher Berg- und Skiführer e.V. (VDBS), für die Skilehrerausbildung der Deutsche Skilehrerverband e.V. (DSLV) verantwortlich. Überwacht werden die staatlichen Ausbildingen von der Technischen Universität München (TUM).

Große Lawinengefahr in weiten Teilen der Alpen

Warum ist es gerade so gefählich?

20.02.2026 | In weiten Teilen der Alpen herrscht derzeit eine außergewöhnlich anspruchsvolle Lawinensituation.

Dünne Schneedecke - Altschneeproblem
Ein zentrales Problem ist in vielen Regionen die Schneedeckenentwicklung der letzten Wochen. Der Winter begann in großen Teilen der Nord- und Ostalpen mit langen schneearmen Phasen und tiefen Temperaturen. In dieser Zeit konnten sich schwache Schichten in der Schneedecke bilden, wie z.B. kantige Kristalle oder Oberflächenreif. Diese sogenannten Altschneeprobleme bleiben oft über Wochen oder sogar Monate erhalten. Sie sind für Tourengeher besonders tückisch, weil sie nicht überall gleich auftreten und häufig ohne klare Warnzeichen ausgelöst werden können. Lawinen können dabei sehr groß werden, da sie bis in tiefere Schichten durchbrechen.

Neuschnee mit Wind
Auf dieses instabile Fundament sind in den vergangenen Tagen größere Neuschneemengen gefallen. Gleichzeitig hat starker Wind den Schnee massiv verfrachtet. Dadurch entstanden weit verbreitete Triebschneeansammlungen, vor allem in kammnahen Bereichen, Rinnen und Mulden sowie generell im windabgewandten Gelände. Diese Schneebretter sind vielerorts bereits mit geringer Zusatzbelastung oder aus der Ferne auslösbar.

Temperaturschwankungen
Hinzu kommen in vielen Regionen große Temperaturschwankungen. Phasen mit deutlich steigenden Temperaturen oder Sonneneinstrahlung führen zusätzlich zu einer Destabilisierung der Schneedecke. Je nach Höhe und Tageszeit steigt dadurch auch die Gefahr von Nass- und Gleitschneelawinen in bislang etwas sicheren tieferen Lagen deutlich an. Besonders kritisch ist dabei, dass mehrere Lawinenprobleme gleichzeitig auftreten können: Triebschnee, Altschnee und in tieferen Lagen auch Nassschnee.

Komplexe Situation
Diese Kombination macht die Situation derzeit so komplex. Die Gefahrenstellen sind oft nicht leicht zu erkennen, die Auslösewahrscheinlichkeit ist hoch und die möglichen Lawinengrößen groß. Selbst erfahrene Wintersportler müssen ihre Routenwahl stark einschränken und konservativ planen.

Konsequenz: Devensive Tourenauswahl
Für uns als Bergschule hat Sicherheit immer oberste Priorität. Deshalb passen wir unsere Programmabläufe und Tourenauswahl an die aktuelle Situation an. Wir unternehmen Touren in weniger steilem, bewaldetem Gelände, arbeiten im gesicherten Bereich und legen den Fokus auf Technik, Ausbildung und Lawinenkompetenz.

Diese flexible Herangehensweise ist ein zentraler Bestandteil unserer Philosophie, die Situation an die natürlichen Gegebenheiten anzupassen. So können wir durch verantwortungsvolles Verhalten trotz der aktuell anspruchsvollen Bedingungen die Berge genießen.

Eisbärenbeobachtung in Spitzbergen

18.05.2024 | Endlich ist es so weit. Nachdem wir über zwei Wochen an der Westküste Spitzbergens umher geschippert sind, können wir zum ersten Mal auf diesem Trip einen Eisbären sichten.

Wir befinden uns auf dem Weg in die Ymerbukta, als uns die Warnung von einem befreundeten Skipper erreicht, dass sich in der Gegend ein Eisbär aufhalten soll.

Für den nächsten Tag haben wir eine Skitour auf den Ramfjellet geplant und so ist diese Meldung für uns von höchster Relevanz. Langsam nähern wir uns der Bucht. Die obere Hälfte ist noch mit Festeis bedeckt und am Westufer hat sich viel Treibeis gesammelt. Mit dem Fernglas scannen wir die Uferlinie ab und können zunächst nichts was auf einen Eisbären hindeuten würde entdecken.

Auf einmal sagte Maia: Schau mal dahinten, ich glaube da ist er. Zunächst ist das Tier nicht so einfach auszumachen, da es sich zwischen hohen Eisschollen bewegt. Kurze Zeit später können wir alle den Bären deutlich am Ufer erkennen.

Natürlich ist jetzt jeder an Deck und verfolgt mit dem Fernglas oder Teleobjektiv den König der Arktis. Trotz der großen Entfernung von bestimmt 500 m können wir den Bären sehr gut sehen. Er bewegt sich zum Ausgang der Bucht und so dreht unser Skipper das Schiff und wir nehmen Kurs auf die Landspitze zwischen der Ymerbukta und der angrenzenden Trygghamnerbukta.

Wir positionieren das Schiff am östlichen Eingang der benachbarten Bucht und warten auf das erneute Auftauchen des Eisbären. Neben der Beobachtung wollen wir natürlich wissen in welche Richtung er sich bewegt, um sicher zu gehen, dass wir am nächsten Morgen bei unserem Landgang keinen Kontakt mit dem Tier haben würden. Leider haben wir ihn jetzt jedoch aus den Augen verloren.

Wir sind schon kurz davor zurück in die Ymerbukta zu segeln, als plötzlich der Kopf des Eisbären, ganz in der Nähe unseres Schiffes, aus dem Wasser auftaucht. Gemütlich schwimmt er in Richtung angrenzendes Ufer und erklimmt einen Felsabsatz. Jetzt haben wir die Möglichkeit das stattliche Tier aus deutlich näherer Distanz zu beobachten. Elegant bewegt er sich durchs felsige Gelände und steckt dabei seine Nase in jede Felsspalte. Zwischendurch wirft er uns immer wieder Blicke zu, als wollte er sichergehen, dass wir ihn dabei gebührend bewundern. Fasziniert geben wir uns diesem einmaligen Naturschauspiel hin, bevor unser Polarbär über eine hinter ihm liegende Anhöhe klettert und sich unseren Blicken entzieht.

Wir segeln zurück in die Ymerbukta, um einen geeigneten Ankerplatz zu finden. Auf dem Weg entdecken wir im Treibeis noch ein Walross, dass ich auf einer Eisscholle sonnt. Dahinter können wir plötzlich wieder unseren Eisbären sehen, der eine Abkürzung genommen hat und sich jetzt einen Weg durch das Treibeis sucht. Wir beobachten ihn noch so lange bis wir sehen, dass er wieder über den Bergrücken Richtung Trygghamner verschwindet.

Zum Glück können wir am nächsten Morgen feststellen, dass der Bär verschwunden ist und wir klettern direkt vom Bug des Schiffes hinunter aufs Festeis. Die Skitour auf den Ramfjellet war noch mal ein richtiges Highlight, leider war es die letzte Skitour für diese Saison. Am Nachmittag ging es zurück nach Longyearbyen und am nächsten Morgen mit dem Flugzeug zurück in die Heimat.

Ski & Sail Romsdal 2024

12.05.2024 |Besondere Ski & Sail Tour

Mitte April ging es für uns aus dem hohen Norden hinunter ins sogenannte Fjord-Norwegen. Zentraler Ausgangspunkt ist ein kleiner Flughafen in der Stadt Molde, ungefähr auf der Höhe von Ålesund.
Direkt nach der Ankunft wurden wir von Helge, einem norwegischen Original am Flugplatz empfangen und an Bord der Framstig chauffiert. Das Schiff ist ein wirklicher Hingucker, komplett aus Holz gebaut und alles originalgetreu wie vor hundert Jahren. Nach der ersten Fotosession legen wir direkt ab und es geht zu unserem ersten Ankerplatz. Die erste Skitour ist gleich wie in der norwegischen Tourismuswerbung, Sonne, Firn und wir sind die einzige Skitourengruppe weit und breit.
So ging es dann auch weiter, wir hatten eine Woche bestes Wetter und das, obwohl die Prognosen hohe Bewölkung für die meisten Tage vorhergesagt hatten.
Glückliche Gesichter gab‘s nicht nur auf den Touren, auch die geselligen Abende in der rustikal - gemütlichen Atmosphäre des Weltumseglers und ein Lagerfeuer in einer entlegenen Bucht rundeten dieses einmalige Skitourenerlebnis ab.
Fest steht: Wir kommen 2025 wieder und deshalb haben wir das Boot gleich für zwei Wochen exklusiv gechartert! Dieses Mal etwas früher in der Saison, denn wir möchten diese herrlichen Skitouren unbedingt dann mit Pulverschnee erleben.

Ski/Snowboard - Skischuh - Lawinen-Airbag

Beförderung der Skiausrüstung bei Flugreisen

29.09.2023 | Es ist wieder soweit. Viele von euch haben eine Skireise gebucht und stellen sich die Frage was zu tun ist, damit auch das Skigepäck sicher seinen Bestimmungsort erreicht.

Schutz vor unangenehmen Überraschungen
Flugreisen mit Skigepäck sind immer wieder ein interessantes Thema. Es beginnt mit der Anmeldung des Sportgepäcks bei der Airline und reicht bis zum Passieren der Sicherheitskontrolle mit dem ABS-Rucksack auf dem Rücken. Wer in den letzten Jahren mit seinem Skigepäck in verschiedenen Ländern unterwegs war, hat sicherlich einige Erfahrungen gemacht und was einmal funktioniert hat muss beim nächsten Mal nicht unbedingt wieder klappen.
Das liegt daran, dass Fluggesellschaften und Flughafenbetreiber zwar klare Bestimmungen und Regeln haben, diese aber teilweise beim Personal am Checkin oder der Sicherheitskontrolle nicht immer bekannt sind. Was nun bedeutet das für den Reisenden, beziehungsweise was können wir tun, um uns im Vorfeld vor unangenehmen Überraschungen zu wappnen.

Zunächst sollten wir uns fragen, was wollen wir genau mitnehmen und wohin soll die Reise gehen. Eventuell macht es sogar Sinn, sich die benötigte Ausrüstung vor Ort zu leihen. Da dies aber sehr oft nicht möglich ist, oder man lieber mit dem eigenen Material unterwegs ist, bleibt nichts anderes übrig als die Skiausrüstung und eventuell einen Lawinen Airbag Rucksack im Flugzeug zu transportieren.

Was muss ich bereits bei der Flugbuchung beachten?
Auf nicht allen Flügen ist es möglich so genanntes Sperrgepäck zu befördern. Das gilt für Verbindungen bei denen kleinere Maschinen zum Einsatz kommen. In der Regel ist es aber bei allen längeren Flugstrecken möglich Sport Gepäck teilweise sogar unentgeltlich mitzunehmen.
Dabei sollte man unbedingt beachten das Ski- oder Sportgepäck im Vorfeld entweder direkt bei der Buchung des Fluges oder unmittelbar danach anzumelden. Sonst kann es möglicherweise vorkommen, dass das Gepäck beim Einchecken abgelehnt wird. Die Anmeldung der Skigepäcks erfolgt entweder über die Webseite oder telefonisch bei der entsprechenden Fluggesellschaft.
Sportgepäckanmeldung Lufthansa
Sportgepäckanmeldung Iceland Air

Ausreichend Zeit zum Umsteigen
Ein weiterer gewichtiger Punkt, der schon des Öfteren das rechtzeitige Ankommen des Skigepäcks verhindert hat, sind zu kurze Umsteigezeiten zwischen den Teilstrecken einer Flugverbindung. Besonders wenn der Flug aus einem internationalen und einem nationalen Abschnitt besteht, muss meistens das Gepäck beim Umsteigen nochmals neu eingecheckt werden, was teilweise mit einem erheblichen Zeitaufwand verbunden ist. Das sollte bereits bei der Buchung beachtet werden und die Zeit zum Umsteigen muss deutlich über einer Stunde liegen. Wenn sich die Abflugzeit schon zu Beginn der Reise verzögert, ist der Puffer beim Umsteigen gleich weg und das Gepäck bleibt auf der Strecke. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, gönnt sich auf jeden Fall 2-3 Stunden Zeit, um das Flugzeug zu wechseln.

Verpackung des Skigepäcks
Ein stabiler Skisack ist die beste Verpackung und es können durchaus 2-3 Paar Ski pro Verpackungseinheit transportiert werden. Offiziell lautet die Regel zum Beispiel bei Lufthansa, dass ein Paar Ski kostenfrei transportiert werden können, jedoch werden Gepäckstücke bis zu 20 Kilo ohne weitere Kontrolle von den Airlines mitgenommen.
Allerdings sollte in dem Skisack auch nur die Skiausrüstung transportiert werden und kein sonstiges Gepäck. Leider werden Gepäckstücke beim Ein- und Umladen meist nicht besonders sanft behandelt und es kann bei weniger stabilen Verpackungen zu Beschädigung des Inhalts kommen. Deshalb raten wir empfindliche Bauteile, wie zum Beispiel eine Pin-Bindung zusätzlich zu schützen. Das kann man machen indem man zum Beispiel ein Handtuch um die Bindung wickelt.

Skischuhe
Unsere Empfehlung: Skischuhe am besten ins Handgepäck. Leihweise Ski zu organisieren ist deutlich leichter als einen passenden Skischuh im Zielgebiet zu bekommen. Wird man beim Einchecken gebeten die Skischuhtasche ins Aufgabegepäck zu geben, kann man mit dem Personal reden und die Situation erklären, das hilft fast immer. Alternativ sind die Skischuhe im Handgepäck verstaut und nicht zu erkennen.

Lawinen-Airbag-Rucksäcke
Zu dem Thema gibt es verschiedene Aussagen und Ansätze. Iceland Air verlangt z.B. die Anmeldung eines Lawinenrucksacks vor dem Flug, andere Airlines benötigen keine Voranmeldung, d.h. wenn der ABS Rucksack die Sicherheitskontrolle passiert hat, kommt er auch mit in den Flieger.
Ob man den Rucksack als Handgepäck oder im Aufgabegepäck transportiert ist Geschmackssache. Man kann sich u.U. die Diskussion an der Sicherheitskontrolle sparen, andererseits weiß man sicher, dass der Rucksack samt Kartusche durchgegangen ist. Wir haben schon erlebt, dass statt der Kartusche im großen Gepäck ein Zettel mit der Nachricht vorgefunden wurde, dass die Kartusche aus Sicherheitsgründen entfernt wurde. Trotz anderslautenden Versprechen blieb die Karbon-Kartusche für immer verschwunden.
Nach der IATA-Tabelle 2.3A ist der Rucksack als Handgepäck oder als Check-in Gepäck zugelassen.
Auch zu der Frage ob die Kartusche eingeschraubt oder einzeln transportiert werden soll gibt es verschieden Aussagen. Vorteil vom eingebauten Zustand ist, dass die Funktion erkennbar ist und sie nicht so leicht entfernt werden kann. Auf keinen Fall darf der Auslösegriff montiert oder entsichert sein.
Dieses PDF am besten ausdrucken und in den Reiseunterlagen mitführen:
IATA Gefahrgutvorschriften

Und so besser nicht
Wir hatten vor ein paar Jahren einen Fall, wo jemand gedacht hatte er könnte seine Bierdosen in einem Skisack transportieren, da das Gewichtslimit noch nicht ausgeschöpft war. Obwohl die Bierdosen mit stabilem Duck-Tape an den Skiern befestigt waren, haben die meisten Dosen den Transport nicht überlebt und das Bier lief bei Ankunft auf dem Gepäckband in Strömen aus dem Sack. Dieses Beispiel ist nicht zur Nachahmung empfohlen.

ARMADA TRACER / ATOMIC BACKLAND / SALOMON MTN TOURENBINDUNGEN

Vorsorglicher, freiwilliger Produktrückruf

18.09.2023 | Armada, Atomic und Salomon haben sich vorsorglich zu einem freiwilligen Rückruf bestimmter Modelle ihrer Tourenbindungen entschieden.

Welche Bindungen sind betroffen?
Die betroffenen Tourenbindungen wurden zwischen dem 1. Mai 2022 und dem 31. März 2023 hergestellt. Wenn du deine Bindungen vor dem 1. Mai 2022 gekauft hast, bist du von diesem Rückruf nicht betroffen. In der nachstehenden Tabelle sind die von dem Rückruf betroffenen Modelle aufgeführt.

Armada
N TRACER SUMMIT (9 BR Black)
Armada
N TRACER TOUR (Black)
Atomic
N BACKLAND PURE (Black/Gunmetal)
Atomic
N BACKLAND SUMMIT (12 BR, 12 LSH, 5 BR, 9 BR, 9 LSH Black/Gunmetal)
Atomic
N BACKLAND TOUR (Black/Gunmetal)
Salomon
N MTN PURE (Black/Titan)
Salomon
N MTN SUMMIT (12 BR Orange/Burnt, 12 LSH Orange, 5 BR Gold, 9 BR Titan)
Salomon
N MTN TOUR (Black/Titan)

Potenzielle Gefahren:
Der Vorderbacken der Skibindung könnte versagen, wodurch sich der Skischuh vom Ski lösen kann. Ein Versagen des Vorderbackens könnte dazu führen, dass du die Kontrolle verlierst, stürzt oder dich verletzt.

Deine Bindung könnte betroffen sein? So geht es weiter:
Du solltest diese Skibindung ab sofort nicht weiter benutzen und sie zu einem autorisierten Fachhändler von Armada, Atomic oder Salomon zurückbringen. Der Händler prüft dann, ob die Bindung von diesem Rückruf betroffen ist. Sollte dies der Fall sein, wird der Vorderbacken ausgetauscht.

WARNUNG:
Skibindungen dürfen ausschließlich von autorisierten Fachhändlern demontiert werden. Du solltest
unter keinen Umständen versuchen, die Bindung selbst zu reparieren oder auseinanderzubauen

Weitere Informationen:
Wenn du dir nicht sicher bist, ob deine Bindung betroffen ist, oder wenn du das Kaufdatum nicht genau kennst, gelangst du über die untenstehenden QR-Codes auf unsere Websites. Dort findest du weitere Informationen dazu, ob du deine Bindung zur Überprüfung in ein Geschäft bringen musst. Außerdem ist unser Serviceteam telefonisch unter der +498001000387 oder per E-Mail für dich da:

Wir trauern um unsere Kollegen

Nachruf auf Luis, Siegi und Philipp

02.09.2023 | Innerhalb nur weniger Wochen mussten wir den Verlust drei unserer Kollegen hinnehmen.

Luis Stitzinger
Ende Mai erreicht uns die Nachricht, dass unser geschätzter und beliebter Bergführer Kollege Luis Stitzinger nicht mehr von seiner Gipfelbesteigung des Kangchendzönga im Osten Nepals zurückkehren wird. Luis war nicht nur ein top Bergsteiger und Bergführer, er war einfach ein feiner Mensch und sehr angenehmer Zeitgenosse.
Warum gerade immer diese Menschen, die sich nie in den Vordergrund gedrängt haben, ohne großen Aufhebens außergewöhnliche Leistungen vollbrachten und mit der gleichen Einstellung Kurse für Anfänger im Skitourengehen leiten so früh abgerufen werden ist ungerecht.

Siegi Arlt
Kaum 3 Wochen später verstarb unserer Bergführer- und Teamkollege Siegi. Er war weit über die Allgäuer Kletterszene hinaus bekannt und sein plötzlicher Tod hinterlässt bei Freunden und vor allem in seiner Familie eine nicht zu füllende Lücke.
Siegi ist 45 Jahre alt geworden, 9 Jahre jünger als Luis und sein Leben galt neben Frau und 3 Kindern dem Klettersport. Wenn Siegi einen Kletterkurs oder eine Skitourenführung übernommen hatte, war das immer ein gutes Gefühl, Siegi kümmert sich sehr gewissenhaft um seine Gäste und sie waren bei ihm in besten Händen.

Philipp Munkler
Mitte Juli erreicht uns die nächste Hiobsbotschaft. Philipp, der am Sonntag noch bei einen Kletterkurs eingesetzt war, kommt am Montag beim Abseilen durch den Ausbruch einer Verankerung an der Zugspitze ums Leben. Er hatte noch viele Träume und Ziele, angesichts seiner erst 28 Jahre einfach unfassbar traurig. Er erzählte mir von seinem großen Projekt, wir hatten uns ein paar Tage zuvor noch genau über diese Tour unterhalten, ohne beide zu ahnen, dass es seine letzte sein sollte.

Einziger Trost, alle drei kamen bei ihrer Lieblingsbeschäftigung ums Leben, sie waren privat unterwegs und es waren keine weiteren Personen beteiligt.
Wir werden sie in guter Erinnerung behalten und nach vorne schauen. So traurig diese Ereignisse sind, sie zeigen wie vergänglich das Leben ist und man tut gut daran keine Sekunde seines eigenen Lebens zu vergeuden.

Wallis | Aostatal | Sustenpass

Gute Verhältnisse für Hochtouren in den Westalpen

30.06.2023 | Nach Rückmeldungen unserer Bergführer herrschen in der Zentalschweiz, im Wallis und im Aosta Tal gute Tourenbedingungen. Es liegt deutlich mehr Schnee auf den Gletschern als im Sommer 22 und die Schneedecke friert über Nacht gut durch.

Wer die nächste Woche am Gran Paradiso oder im Wallis unterwegs ist, hat gute Chancen auf ein paar schöne Gipfelerlebnisse. Nach dem Durchzug einer Regenfront am heutigen Tag stellt sich am Wochenende und zu Wochenbeginn schönes und trockenes Wetter ein. Bleibt zu hoffen, dass die Null Grad Grenze auch in den nächsten Wochen möglicht weit unten bleibt und so die guten Bedingungen noch möglichst lange bestehen bleiben. Wir werden Euch auf dem Laufenden halten.

Lyngen Alps | Senja | Lofoten
Resümee: Skitouren Norwegen 2023
18.05.2023 | Auch diesen Winter waren wir wieder im Norden Norwegens unterwegs. Mitte März starteten wir in die Saison auf den Lofoten, der Insel Senja und in den Lyngen Alps.

Hochwinterliche Verhältnisse
Die ersten beiden Wochen waren geprägt von Schneefall und sonnigen Tagen im Wechsel, genau die Mischung für tiefschneehungrige Tourengeher. Die Temperaturen bewegen sich um die minus 5 Grad und somit im erträglichen Bereich. Auf dem einen oder anderen Gipfel konnte man sogar eine längere Rast einlegen.

Beste Tourenverhältnisse über Ostern
Anfang April kletterten die Temperaturen auf Meereshöhe über die Null Grad Marke und es wurde insgesamt deutlich milder. Die Tourenbedingungen waren nach wie vor sehr gut und genau zu Ostern setzt sich ein stabiles Hochdruckgebiet über uns fest. So eine lange Schönwetterphase hat es hier schon einige Jahre nicht mehr gegeben. Eine Woche zum Genießen und nebenbei kommen rekordverdächtig viele Höhenmeter zusammen:)

Gaumenfreuden am Lyngenfjord
In den Lyngen Alps hatten wir diese Saison einen Quartierwechsel und konnten damit die Qualität der Küche und Unterkünfte nochmal deutlich anheben. Das Restaurant unseres Skitourencamps "Lyngen North" übertraf alle Erwartungen. Ausgezeichnete Küche, flexible Essenszeiten und ein freundlicher Service lassen keine Wünsche offen. (Das ist iim hohen Norden leider nicht immer selbstverständlich).

Der Winter kehrt zurück
Natürlich hat jede Schönwetterphase auch ein Ende. Scheinbar schien eine Gruppe das Wetter für sich gebucht zu haben, denn exakt am Wechseltag kam auch der Umschwung. Die nächsten beiden Wochen bis Ende April waren dann wieder im "normalen" Bereich. Anfang Mai schneite es wieder so intensiv, dass alle die schon auf Sommerreifen umgerüstet hatten eines Besseren belehrt wurden.

Schneereicher, aber zu warmer Winter
Im Vergleich zu den letzten Jahren gab es deutlich mehr Sonnentage und auch weniger Wind. Der Schnee kam spät und dafür schon fast zu viel in kurzen Zeitabständen. Die Folge waren Ende März kurzfristige Straßensperrungen und mehrere Lawinenereignisse. Nach der Setzung ließen viele sonnige Neuschnee Tage die Skifahrerherzen höherschlagen.
Kaum noch Minustemperaturen auf Meereshöhe im April ist eher ungewöhnlich im Vergleich zu den letzten Jahren. Dank der Schneemengen aus dem März und regelmäßigem moderaten Neuschneezuwachs konnte man ohne Probleme auch Mitte Mai noch bis ans Wasser abfahren.
Nach dieser insgesamt positiven Bilanz läuft die Planung für die nächste Saison bereits auf vollen Touren und wir werden Anfang März an den Polarkreis zurückkehren.

Balkan Küche und hohe Berge

Skitourenreise nach Bulgarien

20.02.23 | In der letzten Woche waren wir mit einer kleinen Gruppe wieder mal in Bulgarien unterwegs. Strahlend blauer Himmel und Temperaturen unter Null war nicht die schlechteste Ausgangssituation.

Warm Up in Sofia
Bis auf einen, haben sich alle Teilnehmer schon vor Beginn des Skitourenprogramms in Sofia eingefunden und zur Einstimmung die Atmosphäre einer der angesagtesten Großstädte des Balkans im wahrsten Sinne in sich aufgesogen.

Rilakloster und Bansko
Sonntagmittag verlassen wir die Hauptstadt und machen auf der Fahrt nach Bansko den kleinen Umweg über das weltberühmte Rilakloster. In der beeindruckenden, über 1.000 Jahre alten Klosteranlage wurden während der 500-jährigen türkischen Besatzung viele historische Schriften und Kunstschätze vor der Vernichtung bewahrt.
Inzwischen ist das Kloster anerkanntes UNSCO Weltkulturerbe.
Anschließend noch eine gute Stunde Fahrt bis Bansko, unserem zentralen Ausgangspunkt für die nächsten 4 Tourentage.

Schneebedingungen deutlich besser als zeitgleich in den Alpen
Schon bei der ersten Skitour sind wir von den guten Schneebedingungen überrascht, das Wetter ist sowieso kein Thema, für die ganze Woche ist nur Sonnenschein vorhergesagt.
Ein Schneeprofil bestätigt die Aussage mehrerer Locals. Wir finden eine gut verfestigte Altschneedecke mit locker aufgebautem Pulverschnee an der Oberfläche vor. Was will man mehr, vor allem, nachdem wir noch in der Woche zuvor bei ziemlich kritischen Verhältnissen in den Alpen unterwegs waren.
So können wir unser Programm voll durchziehen und nach jeder Tour stehen noch weitere Aktionen, wie Thermalbad- und Restaurantbesuche auf der Agenda.

Höchster Balkangipfel zum Abschluss
In der zweiten Woche Hälfte verlegen wir unser Quartier in die Nähe von Samokov und es gelingen uns noch der Aufstieg auf den höchsten Balkangipfel, die Musala, 2.925 m und am letzten Tag die Maljovitza.
Nach 6 erfolgreichen Tourentagen treffen wir am Samstagabend wieder in Sofia ein. Kurz Zeit zum Ausspannen im Hotel und es geht zu Abschluss Essen in ein beliebtes Szenelokal.
Am Sonntagmittag steigen alle etwas müde, aber zufrieden in den Flieger zurück nach Hause und wir (die Guides) freuen uns auf ein paar freie Tage, bevor die nächste Gruppe kommt.

Brisante Lawinensituation am letzten Wochenende

Auffällige Warnzeichen

07.02.23 | Am letzten Wochenende konnten wir eine rege Lawinentätigkeit beobachten, leider auch mit Beteiligung von Tourengehern und tödlichem Ausgang. Trotz der ausdrücklichen Warnung des Lawinenwarndienstes sind diese Unfälle geschehen und es steht die Frage im Raum, warum die Betroffenen in die tödliche Falle getappt sind.

Explosiver Schneedeckenaufbau
Wer in den vergangenen Tagen auf Skitouren unterwegs war, muss gesehen haben, dass der unter starkem Wind gefallene Neuschnee auf eine stark aufgebaute Altschneedecke verfrachtet wurde.
Durch die tiefen Temperaturen und der insgesamt geringen Schneehöhe haben sich in der Schneedecke, sowie an der Oberfläche große, zusammenhaltlose Kristalle gebildet. Die frischen Triebschneepakete auf dieser wackligen Unterlage kann man schon fast als Sprengladung bezeichnen, die schon beim scharfen Anschauen explodiert.
Wir waren selbst Zeugen eines kleineren Schneebretts, dass an einem knapp 30° steilen Hangs ausgelöst wurde.
Einige Stabilitätsstests an ähnlichen Stellen kamen uns schon beim Aussägen entgegen.

Warnung des Lawinenwarndienstes
Der Lawinenwarndienst hatte am Freitag, 03.02. folgende Probleme veröffentlicht: Neuschnee-, Triebschnee- und Altschneeproblem. Bei aufmerksamer Beobachtung konnte man zwei dieser Probleme mit bloßem Auge erkennen, für das Altschneeproblem reichte ein kräftiger Stockeinsatz und schon ist man bis zum Boden oder zu mindestens in einen Hohlraum durchgedrungen.

Es bleibt nur zu hoffen, dass diese Ereignisse viele Wintersportler wachgerüttelt haben und zu defensivem Verhalten bewegt, denn das Altschneeproblem wird uns noch eine ganze Weile erhalten bleiben und auch nach den nächsten Schneefällen für eine ähnliche Situation sorgen.

Warm / Kalt - Regen / Schnee

Zähes Comeback des Winters

15.01.23 | Der Winter tut sich dieses Jahr hart, es scheint als könne er sich nicht entscheiden. Zwei Tage Schneefall, dann wieder zwei Tage Dauerregen. Aber so langsam scheinen sich die Temperaturen doch nach unten zu bewegen. Seit letztem Wochenende sind die Bedingungen im Allgäu oberhalb 1.200 Meter wieder brauchbar, nordseitig gibt es sogar Pulverschnee. Das gibt Grund zur Hoffnung!

Neuschnee in den Allgäer Alpen
Am vergangenen Wochenende waren für die Allgäuer Alpen sogar sonnige Abschnitte und mit etwas Neuschnee angesagt. Tatsächlich kamen dann satte 10 - 20 cm (nicht lachen :-) Neuschnee in der Nacht von Freitag auf Samstag und damit waren die Verhältnisse für Skitouren und Skifahren abseits der Piste ab einer gewissen Höhenlage gar nicht schlecht, wenn auch teilweise die Unterlage ziemlich dünn geworden war. Angelockt von der Aussicht auf ein paar sonnige Bergerlebnisse machten sich Skifahrer, Schneeschuhwanderer und sogar Fußgänger auf ins Gebirge.

Buntes Treiben am Riedberger
Am Riedberger Horn zum Beispiel konnte man bis in den späten Nachmittag Kolonnen von Tourengehern beobachten, die an diesem beliebten Tourenberg unterwegs waren.
Ein Glück, dass wir mit unserem Einsteiger Skitourenkurs schon früh vor Ort waren und unverspurte Hänge bei wirklich guten Bedingungen auf der Nordseite des Bolgen vorfanden. Weils so schön war gings direkt wieder hoch bis aufs Riedberger Horn und nochmals im Tiefschnee nach unten.
Noch eine kurze Lawinenübung und dann ab zum Kaiserschmarren. Alle waren sich einig, einer der besten Skitage in diesem noch jungen Jahr.

Kurzes Zwischenhoch
Leider war das Schönwetterfenster nur einem kurzen Zwischenhoch zu verdanken, am Sonntag pendelt sich das Wettergeschehen wieder auf den zurzeit normalen Zustand ein, heftige Böen mit Regen aus horizontaler Richtung. Zum Glück kam das Ganze in höheren Lagen wiederum in Form von Neuschnee runter, so dass die Schneedecke erneut etwas zulegen konnte. Am Abend sank die Schneefallgrenze dabei auf unter 1000 Meter.
Wenn man den Wetterpropheten Glauben schenkt, geht's ab jetzt bergab mit den Temperaturen, das sind doch richtig gute Aussichten für die kommenden Tage!

Feuchter Jahreswechsel

Neujahrs Skitourenkurs auf der Schwarzwasserhütte

06.01.23 | Das Jahr 2023 zeigt sich erst mal von seiner feuchten Seite. Der erste Skitourenkurs startet traditionell am 02. Januar auf der Schwarzwasserhütte. Der Wetterbericht verspricht für die ersten Tage einiges an Niederschlag, leider bei viel zu milden Temperaturen. Trotzdem gingen noch zwei Gipfel her und nebenbei auch noch viel gelernt.

Knappe Schneelage, Fußmarsch zur Hütte
Klettern kann man zur Not auch mal in der Halle, beim Skitourengehen ist das nicht so einfach.
Also raus geht`s, gleich die Ski unter die Füße und los. Nach einer halben Stunde ist erst mal Schluss mit "Ski - Laufen". Wie gut, dass es Trageriemen am Rucksack gibt und die letzten 250 Höhenmeter laufen wir zu Fuß auf die Hütte hoch.
Den Nachmittag verbringen wir in der gemütlichen Stube bei Apfelstrudel und Theorie Unterricht. Ein Vorteil hat das Ganze aus unserer Sicht zumindest, die sonst ausgebuchte Hütte ist nicht mal halb voll, unser Freund Dominik, der Hüttenwirt ist da natürlich nicht ganz so begeistert über die vielen Stornierungen.

Und immer wieder lockt der Apfelstrudel
Der nächste Morgen zeigt sich im grauen Kleid, dennoch ziehen wir los Richtung Hählekopf. Am Gerachsattel ist die Sicht gleich null und die Luftfeuchtigkeit gleich 100 %. Wir erinnern uns an den Apfelstrudel von gestern Nachmittag und auf einmal geht alles ganz schnell. Zurück in der Hütte erst mal ab in den Trockenraum und nach dem anschließenden Heißgetränk ist die Welt wieder in Ordnung. Am Nachmittag nutzen wir die Niederschlagspause für eine Lawinenübung oberhalb der Hütte.

Gipfelerfolg am Steinmanndl und Hählekopf
Alle Hoffnungen richten sich auf den nächsten Tag, denn der Wetterbericht gibt Grund zum Optimismus. Und tatsächlich, einer der ersten Sonnenaufgänge im neuen Jahr lässt fast so etwas wie Euphorie aufkommen. So verlieren wir nicht viel Zeit und schon zwei Stunden später stehen wir nach einer wahrhaftigen Spitzkehren-Orgie auf dem Steinmanndl. Zur allgemeinen Überraschung kann man die Schneekonsistenz fast als Firn bezeichnen, auf jeden Fall ist die Abfahrt ein richtiger Genuss.
Bei diesen Verhältnissen heißt es keine Zeit zu verlieren und schon kleben die Felle wieder auf dem Belag. Ab auf den Hählekopf ist die Devise. Die letzten Meter zum Gipfel müssen die Ski wieder an den Rucksack, denn hier ober ist der Schnee schon deutlich härter und bevor die Harscheisen zum Einsatz kommen geht's zu Fuß schneller.
Die Abfahrt ist dieses Mal nicht ganz so soft im oberen Teil, jedoch genießen wir es als Einzige in dem riesigen Talkessel zu sein. Majestätisch vor einer dunkelgrauen Wolkenwand baut sich der endlos scheinende Felsriegel des Hohen Ifens auf und wir geben Gas zurück nach Hause. Kurz vor Einbruch der Dämmerung erreichen wir die Hütte.

Besser gut gelaufen als schlecht gefahren
Der nächste Morgen bringt uns zurück auf den Boden der Tatsachen und nach ausgiebigem Frühstück verabschieden wir uns von Dominik und seiner Crew. "Wer sein Rad liebt der schiebt", der Spruch trifft heute auch auf unsere Art der Fortbewegung zu.
Bei einem letzten Kaffee lassen wir die letzten Tage nochmals Revue passieren und alle sind sich einig, dass viel gelernt, gelacht und erlebt wurde. Wie heißt es so schön, bei Sonne und guter Sicht kann's jeder.

Inzwischen ist es wieder weiß auf der Schwarzwasserhütte und wir freuen uns schon auf den nächsten Termin. Leider sind alle Kurse auf der Schwarzwasserhütte in dieser Saison schon ausgebucht, aber für den nächsten Winter sind bereits 5 Termine wieder reserviert :)

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