Skitouren auf den Lofoten - Wilde Inseln am Polarkreis
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Skitouren auf den Lofoten

Atemberaubende Inselwelt im Nordmeer

Svolvær, eine kleine Metropole auf den Lofoten

So oft schon waren wir zu Gast auf den Lofoten und sind jedes Mal aufs neue fasziniert von den Stimmungen am Wasser und der Schönheit der Natur. Diesen Winter sind wir etwas früher als sonst auf den Inseln gewesen und konnten sowohl die Klassiker als auch ein paar neue schöne Touren unternehmen. Wir erreichten Svolvær am frühen Abend, genau richtig um nach dem Einchecken noch einen kleinen Rundgang durch den Ort zu unternehmen. Svolvær ist ein typischer norwegescher Fischereihafen und man fühlt sich sofort wohl zwischen den vielen kleinen und grossen Schiffen. Wir steuern auf unser Stammlokal, das Bacalao, das direkt am Kai liegt zu. Angenehme Wärme geht von dem Kamin aus und wir genießen ein frisch gezapftes Bier, das uns gleich in die richtige Stimmung fürs Abendessen versetzt. Noch wird es früh dunkel hier, aber schon bald werden die Tage länger sein, denn der arktische Frühling steht schon vor der Tür. Nach dem Essen liegen alle ziemlich schnell in den Betten, denn es war ein langer Tag.

Der Aufstieg zum Geitgaljen

Der Geitgaljen ist mit 1.085 Metern der höchste Skiberg der Lofoten. Es gibt zwar unmittelbar nördlich die etwas höhere Spitze des Higravstinden, aber das ist leider kein Skiberg. Diesen Morgen starten wir ausnahmsweise mal sehr früh, weil bei der Wettervorhersage damit zu rechnen ist, dass wir nicht die einzigen mit diesem Ziel sind. Der Geitgaljen ist die Paradeskitour auf den Lofoten und eigentlich die einzige von dem Kaliber, zumindestens wenn man ohne Boot unterwegs ist. Wir entscheiden uns für die etwas längere Ostvariante im Aufstieg, um schon mal einen Blick in das Südcolouir zu werfen und weil ich den Normalweg wegen einer unangenehmen Querung gleich zu Beginn der Route nicht so gerne mache. Der ganze Berg ist noch komplett unverspurt, eigentlich logisch nach 3 Tagen schlechtem Wetter. Es hat nicht viel Neuschnee gegeben, aber eben doch der erste Tag danach.
Der Aufstieg über die Ostseite hat mehrere seile Passagen und führt zunachst durch ein gut 35° steiles Colouir in einen Kessel.

Aktuelle Situation im Tourengebiet

Eines vorweg, wer hier die totale Einsamkeit erwartet sollte während der dunklen Jahreszeit oder sehr spät auf die Lofoten kommen. Ab Mitte März ist hier inzwischen einiges los und es sind viele Skitourengruppen auf den bekannten Touren unterwegs. Deshalb sollte man, wenn man morgens startet einen guten Plan haben und nach Möglichkeit auch noch Plan B,C und D. Das schöne an Skitouren so weit im Norden ist, dass man sich einfach Zeit lassen kann am Morgen und nicht wie in den Alpen kurz nach Mittag wieder unten sein muss, weil es sonst zu warm wird. Viele der Gäste hier haben das aber noch nicht verstanden und so kann man auch hier etwas antizyklisch arbeiten.

Typisches Lofoten Wetter

Die ersten drei Tage unseres Aufenthalts waren die Wetterverhältnisse eher bescheiden und wir begnügten uns mit kürzeren Touren und erkundeten dafür die Umgebung. Wer sich für die Geschichte der Wikinger interessiert für den kann ein Ausflug nach Borg ganz interessant sein. Dort wurde gleich ein ziemlich großer Gebäudekomplex zu dem Thema neu errichtet. Für Surfer ist der Beach und die Surfstation Unstad ein Pflichtbesuch. Nebenbei gibt's in dem supercoolen Cafe die besten Cinemonrolls in ganz Nordeuropa. Der Cappuccino ist auch sehr gut, aber Vorsicht!- Schuhe ausziehen- bevor ihr euch es in der Lounge bequem macht.

Die Bergwelt hier ist wild und von einmaliger Schönheit, für mich einer der schönsten Plätze auf den Lofoten, ein wirklich magischer Ort. In dieser Umgebung steigen wir weiter über eine weitere Steilstufe bis zu dem Grat, der uns auf den Gipfel führt.
Wir schnallen die Ski auf den Rucksack und über den letzten, gut 40° steilen kurzen Hang geht es zum Gipfel. Hier sind die Steigeisen notwendig. Inzwischen sind wir nicht mehr die einzigen am Berg, über den Normalweg kommen einige Leute nach oben, wobei die meisten nicht auf den Gipfel gehen, sondern direkt das Südcolouir ansteuen. Eigentlich hatten wir auch die Abfahrt über das Südcouloir geplant, aber da diese Abfahrt nicht viel Platz bietet und im oberen Teil schnell zu einer Buckelpiste wird, entscheiden wir uns für einen andere Variante.

Der krönende Abschluß

So starten wir mit den Ski direkt vom Gipfel und fahren über eine Scharte in die Ostflanke ein. Der riesige Hang ist mit Ausnahme unserer Aufstiegsspur komplett unverspurt. Wir genießen fast 500 Höhenmeter feinsten Pulverschnee und stoppen nur einmal kurz vor einer Steilstufe. Im weiteren Verlauf geht es an beeindruckenden und vereisten Felswänden weiter bis in das breite Couloir, das uns zum Schluß durch einen lichten Wald bis hinunter ans Wasser führt. Von hier geht es am Ufer entlang zurück zum Ausgangspunkt. Das war definitiv eine der schönsten Abfahrtsrouten auf den gesamten Lofoten, über 1.000 Meter erstklassiges Skigeglände, meist um die 35° und selten flacher als 30°.

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