Haute Route - Zu Fuss vom Mt. Blanc zum Matterhorn
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Die Haute Route im Sommer

In sechs Tagen vom Mt. Blanc zum Matterhorn

Die Haute Route wurde vor über 100 Jahren von Engländern "Erstbegangen" und gilt seit dem als die klassische Verbindung zwischen den Bergsteiger-Metropolen Chamonix und Zermatt. Heute wird diese Tour meist im Winter mit Ski begangen, jedoch erfreuen sich auch im Sommer immer mehr Bergsteiger zu Fuss an dieser Route. Abwechslungsreiche Berglandschaften, ursprüngliche Almen und Bergdörfer machen diese Tour so besonders. Aus lieblichen Tälern geht es hoch über vergletscherte Passübergänge und steile Gebirgspfade und es ist nicht nur eine gute Kondition gefragt, sondern auch der sichere Umgang mit Steigeisen und absolute Schwindelfreiheit. Natürlich braucht man zusätzlich noch das entsprechende Wetterglück, denn bei schlechter Sicht, Regen und Gewitter sind viele Passagen nicht begehbar. Wir mussten auf unserer Tour schon zu Beginn die geplante Route verlassen und auf eine weniger hohe, aber nicht minder schöne Variante ausweichen.

Plan B

Als erste Station unserer Haute Route war das französische Refuge Albert Premier geplant. Auf Grund einer angekündigten Kaltfront änderten wir jedoch kurzfristig unseren Plan und entschieden uns für den Wanderweg von Le Tour über das Col de Balme nach Trient, wo wir uns im Hotel "La Grande Ourse" einquartieren. Der folgende Tag startet feucht und bringt am Vormittag einige heftige Niederschläge und Gewitter mit sich. Unsere Route führt zunächst durch einen dschungelartigen Wald talaufwärts. Oberhalb der Waldgrenze wird es deutlich steiler und über große Felsblöcke erreichen wir das fast 2.700 Meter hoch gelegene Fenêtre d'Arpette, den höchsten Punkt unserer heutigen Etappe. Schon beim Abstieg durch das wunderschöne Val d'Arpette reißt der Himmel wieder auf und wir erreichen trocken Champex-du-Lac. Nach einer kurzen Einkehr steht schon das Taxi für die Fahrt über den Gr. St. Bernhard Pass ins italienische Valpelline bereit.

Unser kleines, charmantes Hotel in Ollomont ist nicht nur aus kulinarischer Sicht ein wahres Highlight. In den liebevoll und aufwändig renovierten Zimmern schlafen wir tief und fest. So starten wir am nächsten Morgen gut erholt durch das weite Hochtal zum Fenêtre Durand. Dort angekommen, passieren wir auf knapp 2.900 Metern die Grenze in die Schweiz und steigen abwärts in Richtung Chanrion Hütte, die wir nach einem kurzen Gegenanstieg am späten Nachmittag erreichen.

Über fünf Pässe bis Arolla

Ab hier beginnt der hochalpine Teil unserer Wanderung und die nächste Etappe hat es wirklich in sich. Über fünf steile Pässe und teilweise wegloses Gelände führt unsere Route vorbei an der Cabane des Dix nach Arolla, einem der schönsten Dörfer im Wallis. Von einer Gletscherquerung bis zu einer kurzen Abseilpassage und steilen Eisen-Leitern haben wir heute alles erlebt und müde aber glücklich genießen wir das gute Abendessen in unserem kleinen Schweizer Hotel.

Nach so einer Etappe kann man den nächsten Tag schon mal etwas ruhiger angehen lassen und so schlafen wir bis 8 Uhr morgens und gönnen uns ein ausgedehntes Frühstück. Unser nächstes Ziel ist die legendäre Bertol Hütte, die wie ein Adlerhorst exponiert auf einem Felsgrat oberhalb der gleichnamigen Scharte liegt. Über mehrere Eisenleitern erreichen wir am frühen Nachmittag die Hütte und genießen die Aussicht über gewaltige Gletscherflächen und die zahlreichen 4000er Gipfel der Walliser Alpen .

Vom Matterhorn bis zu "Rosi"

Die letzte Etappe ist der krönenden Abschluss dieser außergewöhnlichen hochalpinen Wanderung. Bei bestem Wetter erreichen wir schon um acht Uhr morgens den Gipfel der Tête Blanche und es eröffnet sich uns ein einzigartiges Panorama. Im Westen der Mt. Blanc und der Gr. Combin, im Süden reicht der Blick bis zum Gr. Paradiso und Mt. Viso bei Turin. Direkt vor uns baut sich das berühmte Matterhorn auf und wir können sogar das auf über 3.800 m hoch gelegene Carrel- Biwak mit bloßem Auge erkennen. Dazwischen die Mt. Rosa, weiter nördlich die Mischabelgruppe und die Kette mit Weißhorn, Zinalrothorn und Obergabelhorn. Nach einer halben Stunde verlassen wir den Gipfel, denn wir haben noch einen weiten Weg vor uns. Der Abstieg nach Zermatt führt zunächst angeseilt über den Gletscher hinunter zum Stockji. Hier beginnt ein ausgesetzter Pfad, der uns steil auf den komplett mit Geröll übersäten Zmuttgletscher hinunterbringt und zum Schluß nochmals zwei kurze Abseilaktionen erfordert. Im Schatten der Matterhorn-Nordwand suchen wir uns im weiteren Verlauf den besten Weg durch Felsblöcke und Geröllhalden bis an die Gletscherzunge. Jetzt geht es auf guten Wegen zur Seilbahnstation Furi, wo unsere Tour endet und die Bahn uns zurück in die Zivilisation bringt. Wir verabschieden uns von einer der großartigsten Region der Alpen und freuen uns auf eine Dusche und ein köstliches Abendessen bei unserer "Rosi" in Herbriggen.

Haute Route 2020

Für Gruppen bieten wir diese Tour gerne auf Anfrage zu einem individuellen Termin im Sommer 2020 an.

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