Skitouren auf den Lofoten

Atemberaubende Inselwelt im Nordmeer

Sehr oft schon waren wir zu Gast auf den Lofoten und sind jedes Mal aufs neue fasziniert von den Stimmungen am Wasser und der gebirgigen Landschaft. Diesen Winter sind wir etwas früher als sonst auf den Inseln gewesen und konnten sowohl die Klassiker als auch ein paar neue schöne Touren unternehmen. Wir erreichten Svolvær am frühen Abend, genau richtig um nach dem Einchecken noch einen kleinen Rundgang durch den Ort zu unternehmen. Svolvær ist ein typischer norwegescher Fischereihafen und man fühlt sich sofort wohl zwischen den vielen kleinen und grossen Schiffen. Wir steuern auf unser Stammlokal, das Bacalao, das direkt am Kai liegt zu. Angenehme Wärme geht von dem Kamin aus und wir genießen ein frisch gezapftes Bier, das uns gleich in die richtige Stimmung fürs Abendessen versetzt. Noch wird es früh dunkel hier, aber schon bald werden die Tage länger sein, denn der arktische Frühling steht schon vor der Tür. Nach dem Essen liegen alle ziemlich schnell in den Betten, denn es war ein langer Tag.

Aktuelle Situation im Tourengebiet

Eines vorweg, wer hier die totale Einsamkeit erwartet sollte während der dunklen Jahreszeit oder sehr spät auf die Lofoten kommen. Ab Mitte März ist hier inzwischen einiges los und es sind viele Skitourengruppen auf den bekannten Touren unterwegs. Deshalb sollte man, wenn man morgens startet einen guten Plan haben und nach Möglichkeit auch noch Plan B,C und D. Das schöne an Skitouren so weit im Norden ist, dass man sich einfach Zeit lassen kann am Morgen und nicht wie in den Alpen kurz nach Mittag wieder unten sein muss, weil es sonst zu warm wird. Viele der Gäste hier haben das aber noch nicht verstanden und so kann man auch hier etwas antizyklisch arbeiten.

Typisches Lofoten Wetter

Die ersten drei Tage unseres Aufenthalts waren die Wetterverhältnisse eher bescheiden und wir begnügten uns mit kürzeren Touren und erkundeten dafür die Umgebung. Wer sich für die Geschichte der Wikinger interessiert für den kann ein Ausflug nach Borg ganz interessant sein. Dort wurde gleich ein ziemlich großer Gebäudekomplex zu dem Thema neu errichtet. Für Surfer ist der Beach und die Surfstation Unstad ein Pflichtbesuch. Nebenbei gibt's in dem supercoolen Cafe die besten Cinemonrolls in ganz Nordeuropa. Der Cappuccino ist auch sehr gut, aber Vorsicht!- Schuhe ausziehen- bevor ihr euch es in der Lounge bequem macht.

Der Aufstieg zum Geitgaljen

Der Geitgaljen ist mit 1.085 Metern der höchste Skiberg der Lofoten. Es gibt zwar unmittelbar nördlich die etwas höhere Spitze des Higravstinden, aber das ist leider kein Skiberg. Diesen Morgen starten wir ausnahmsweise mal sehr früh, weil bei der Wettervorhersage damit zu rechnen ist, dass wir nicht die einzigen mit diesem Ziel sind. Der Geitgaljen ist die Paradeskitour auf den Lofoten und eigentlich die einzige von dem Kaliber, zumindestens wenn man ohne Boot unterwegs ist. Wir entscheiden uns für die etwas längere Ostvariante im Aufstieg, um schon mal einen Blick in das Südcolouir zu werfen und weil ich den Normalweg wegen einer unangenehmen Querung gleich zu Begin der Route nicht so gerne mache. Der ganze Berg ist noch komplett unverspurt, eigentlich logisch nach 3 Tagen schlechtem Wetter. Es hat nicht viel Neuschnee gegeben, aber eben doch der erste Tag danach.
Der Aufstieg über die Ostseite hat mehrere seile Passagen und führt zunachst durch ein gut 35° steiles Colouir in einen Kessel. Die Bergwelt hier ist wild und von einmaliger Schönheit, für mich einer der schönsten Plätze auf den Lofoten, ein wirklich magischer Ort. In dieser Umgebung steigen wir weiter über eine weitere Steilstufe bis zu dem Grat, der uns auf den Gipfel führt.
Wir schnallen die Ski auf den Rucksack und über den letzten, gut 40° steilen kurzen Hang geht es zum Gipfel. Hier sind die Steigeisen notwendig. Inzwischen sind wir nicht mehr die einzigen am Berg, über den Normalweg kommen einige Leute nach oben, wobei die meisten nicht auf den Gipfel gehen, sondern direkt das Südcolouir ansteuen.

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Allein auf der Abfahrt

Wir entscheiden uns für die Abfahrt über die Aufstiegsroute weil die Schneeverhältnisse dort am besten sind. Zudem ist das Südcouloir schon ganz gut verspurt und es stehen immer noch eineige Leute an der Einfahrt. Zum Glück kam niemand auf die Idee auf unserer Seite abzufahren und so haben wir die weiten Hänge im oberen Teil der Abfahrt und später die doch relativ schmale Rinne für uns alleine, bingo, der Tag war der Wahnsinn!

Bericht von Dirk Groeger und Maia Stoilova

©Fotos: Dirk Groeger und Maia Stoilova