Skitouren in Kanada

Das Burnie Glacier Chalet

Im März waren wir im Norden von British Columbia eine Woche zu Gast auf dem Burnie Glacier Chalet.
Ein Bericht von unserem Teilnehmer Jochen Knoll.

Mit dem Heli auf die Hütte

Mit Kanada und Skifahren assoziiert man eigentlich zuerst Heliskiing. Sofort tauchen die Bilder von stiebendem Pulverschnee und Skifahrern, die bis zum Hals in die weiße Watte getaucht sind auf. Wir wollen uns aber diesem Wintersporteldorado einmal anders nähern und haben uns für 7 Tage auf eine einsame Hütte einquartiert, von der aus wir Skitouren geplant haben. Das Chalet, wie man in Kanada eine Hütte nennt liegt nur auf 1.000 Meter Höhe und ist für uns etwas ungewöhnlich umgeben von Gletschern und Wäldern. Wir wären nicht in Kanada wenn nicht doch ein Helikopter ins Spiel kommen würde. Zu Fuß ist das Burnie Glacier Chalet nicht zu erreichen und so entfällt ein mühsamer Hüttenanstieg zu Gunsten eines gut 20 minütigen Fluges.

Kanadischen Wildnis und Österreichische Küche

Mit von der Partie ist unsere aus Oberösterreich stammende Köchin Monika, die in der kommende Woche unser Domizil am Burnie Glacier in ein Schlaraffenland verwandeln wird. So viele Höhenmeter kann man gar nicht machen um die in den köstlichen Speisen gut getarnten Kalorien wieder zu verbraten. Nach dem in Nordamerika obligatorischen Notfalltraining, das wir gleich am Ankunftstag hinter uns bringen, starten wir auf unsere erste Tour. Die Tatsache, dass außer uns im Umkreis von 50 Meilen niemand sonst unterwegs ist, muss man erst Mal verkraften.

Ein Münchner im Himmel

Christof, der einheimische Münchner Bergführer hat diesen himmlischen Platz vor 30 Jahren für sich entdeckt und hat kurze Zeit später das Chalet hier errichtet. Er führt jeden Winter viele Gruppen hier durch seine Berge und hat natürlich viele gute Stories auf Lager. Auch sonst ist er ein sehr angenehmer Zeitgenosse und wir haben viel von ihm gelernt. Alle Skitouren, die wir in der Woche gemacht haben an dieser Stelle zu beschreiben würde den Leser langweilen, nur soviel sei gesagt, es war alles dabei, von coolen Tree-Runs über spektakuläre Gletscherabfahrten und steile Couloirs.

Einen Wehrmutstropfen mussten wir am Ende doch noch schlucken. Unsere Bergführer Dirk und Thomas wollten das Chalet gleich wieder reservieren, aber Christof musste die beiden enttäuschen. Erst 2021 gibt es wieder freie Wochen in der Hütte und da haben sie gleich zugeschlagen. Also, "save the date" kann ich da nur raten, diese Woche war wirklich von Anfang bis Ende ein Skitourenerlebnis vom Allerfeinsten.