Steuerfrau auf der Nooderlicht
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Skitourentipp Allgäu

Skitour Allgäu Hoher Ifen Durchstieg

Eine technisch interessante und landschaftlich sehr schöne Skitour im Allgäu möchten wir Euch heute vorstellen.

Start an der Auenhütte

Bei frühlingshaften Temperaturen starten wir an der Auenhütte, glücklich noch einen der letzten Parkplätze ergattert zu haben. Gerne zahlen wir die 15 Euro Parkplatzgebühr, denn mit dieser Spende finanzieren wir laut dem nicht zu übersehenden Schild an der Einfahrt des Parkplatzes drei ganze Arbeitsplätze in der für Tourismusbetriebe harten Zeit des Lockdowns. Der eigentliche Parkplatz ist nicht geräumt, bzw. von der Gemeinde gesperrt, um nicht zu viele Tourengeher anzulocken. Der Sinn und die Strategie dieser Maßnahme erschließen sich uns nicht, aber das ist ein anderes Thema. Auf jeden Fall sollte man sehr früh vor Ort sein.

Zunächst geht es ziemlich unspektakulär über die Skipiste durchs Skigebiet bis an die Gipfelstation der Ifenbahn. Noch ist die Schneedecke hart gefroren und deshalb wählen wir eine flache Routenvariante um möglichst bequem aufsteigen zu können.

Plaudender weise erreichen wir in gemütlichem Tempo die Bergstation (2 h). Die meisten Höhenmeter haben wir hinter uns, denn wir befinden uns schon auf 2.000 Meter, also nur noch gute 200 Meter unterhalb des Gipfels. In normalen Zeiten kann man sich diesen Aufstieg natürlich sparen und die Seilbahn benutzen, denn jetzt kommt der eigentlich interessante Teil der Tour.

Beginn der eigentlichen Tour

Wir verlassen das Skigebiet und fahren mit den Fellen hinunter in eine große Mulde unterhalb des langen Felsriegels der Nordwand. Jetzt geht es knapp 200 Meter hoch auf das Gipfelplateau. Der Durchschlupf durch die Felsen ist bei den heutigen Sichtverhältnissen leicht zu finden. Die letzten 100 Höhenmeter müssen die Ski am Rucksack befestigt werden und es geht zunächst leicht nach links querend und zum Schluss senkrecht nach oben. Bei eisigen Bedingungen braucht man auf jeden Fall Steigeisen, wir hatten Glück und fanden sehr gute Trittschneeverhältnisse vor und so blieben die Eisen im Rucksack.

Kaum haben wir die Ski wieder an den Füßen stehen wir auch schon vor dem Gipfelkreuz. Die Aussicht ist phänomenal. Von den hohen Allgäuer Alpen im Südwesten bis ins Arlberggebiet schweift der Blick, sogar die Gipfelstation der Valugabahn können wir erkennen.

Kurzes Abseilmanöver

Nach einer ausgiebigen Rast fahren wir ein kleines Stück an den Südabbrüchen entlang bis wir zu der nicht zu übersehenden Abseilstelle kommen. 30 Meter geht es ziemlich senkrecht hinunter in eine kleine Scharte. Nachdem wir alle wohl behalten wieder festen Boden unter den Füßen haben beginnt der Teil, warum wir uns heute Morgen so früh aus den Federn quälen mussten.

Das Timing ist perfekt. Butterweich ist der Firn und das ist wirklich wichtig bei dieser Tour. Der obere Teil der Abfahrt ist sehr steil und das Gelände ist felsdurchsetzt und teilweise schlecht einsehbar. Bei eisigen Verhältnissen sicher kein Spaß.

Abfahrt im Butterfirn

Wir wählen eine ziemlich direkte Abfahrtslinie aus und der Spaß beginnt. Eigentlich müsste man durchziehen aber die Aussicht ist einfach zu genial und wir halten immer wieder an, um den Augenblick zu genießen. Uns gegenüber liegen die Ifersgundalpe und Schwarzwasserhütte immer noch unter einer meterdicken Schneedecke. 600 satte Meter hat die Abfahrt bis sie in einem kleinen Tal ausläuft. Eine kurze Schrägfahrt nach links und man steht im Latschen Gelände. Zum Glück gab es diesen Winter sehr viel Schnee und wir können ungehindert weitere Soft-Kurven in die Butterfirn legen. Erst im Wald, wo die Sonne den Schnee nicht mehr erreicht ist die Oberfläche etwas vereist. Nach einer weiteren Querung erreichen wir den Boden an der Melköde und auf dem Sommerweg geht’s schnell zurück zum Parkplatz an der Auenhütte.

Gute 5 Stunden waren wir unterwegs und wir bereuen, dass wir keine kurze Hose eingepackt haben. Naja, es ist ja auch eigentlich noch Winter. Nächste Woche soll es wieder kälter werden und angeblich soll es sogar nochmal schneien.

Wir verstauen unsere Ausrüstung im Auto und steuern als nächstes Ziel die Bäckerei in Riezlern an, Cafés und Restaurants haben leider immer noch geschlossen und so gibt es mal wieder nur die „to go“ Variante.
Diese Tour wird auch im Rahmen unserer Führungswochen Best of Allgäu oder als einzelne Tagestour angeboten.

Skitouren Lyngen Alps 2015

Artic Lyngen Sea Camp im Sonnenaufgang

Vor 6 Jahren haben wir dieses Video in den Lyngen Alps produziert und seit dieser Zeit hat sich hier oben kaum etwas verändert.


Plaisirklettern Tannheimer Tal

Alpinklettern Tannheimer (3)

In den Tannheimer Bergen habe ich im jungendlichen Alter von 16 Jahren das alpine Klettern für mich entdeckt.

Vorgeschichte

Damals waren die finanziellen Mittel begrenzt und wenn das Geld für Ausflüge in die Dolomiten, nach Chamonix oder Arco nicht reichte, machten wir in den Sommerferien die heimischen Berge unsicher und kletterten alles in den "Tannheimern" was uns in die Finger kam.

Übernachtet wurde im eigenen DAV-Jungmannschaftsraum der Tannheimer Hütte, die zu dieser Zeit noch keine eigene Materialseilbahn hatte. Wir verdienten uns das Abendessen indem wir täglich nach dem Klettern Essensvorräte, Bierkästen und sogar einen Küchenofen vom Gimpelhaus zur Hütte schleppten.

Idealer Einstieg für Mehrseillängen Touren

Für alpine Mehrseillängentouren sind die Tannheimer Berge auch heute noch eines beliebtesten Kletter-Gebiete in den Allgäuer Alpen und außerdem sind sie sehr gut zu erreichen, vor allem wenn man etwas weiter nördlich der Alpen zu Hause ist.

„Miss Nesselwängle“ an der Zwerchwand

Mich zieht es auch nach vielen Jahren immer noch regelmäßig in die Südwände von Gimpel, Roter Flüh und Hochwiesler. Letztes Wochenende haben wir uns für die etwas anspruchsvollere Plaisir-Route „Miss Nesselwängle“ an der Zwerchwand entschieden. Der kurze Einstiegsüberhang sieht gleich ganz schön schwer aus, lässt sich aber leichter bewältigen als es der erste Eindruck vermuten lässt. Danach folgt schöne und homogene Kletterei, meist im oberen 6.Grad.

Technisch gesehen fordert die Tour schon etwas Erfahrung und vor allem ein gutes Auge. Da leider nicht jeder Griff „bombenfest“ ist, muss man ab und zu schon genauer hinschauen, um eine feste Lösung zu finden.

Die Schlüsselstelle im 8. Grad ist laut Beschreibung im Topo zwar durch technische Kletterei zu entschärfen und das Gelände ist anschließend leichter, darf aber nicht unterschätzt werden. In dieser Seillänge muss man die Hände aus der Hosentasche nehmen.

Am Ausstieg hat man einen tollen Ausblick vom Alpenvorland bis zur Zugspitze und ein bequemer Wiesenhang führt zur Abseilpiste. Vorsicht im Frühjahr wenn auf der Nordseite noch Schnee liegt! Nach 5-maligem Abseilen sind wir wieder an unserem Rucksackdepot mit dem Wasservorrat und unseren bequemen Schuhen, immer wieder eine Wohltat.

Zum Abschluss darf die Einkehr auf der Terrasse des Gimpelhaus mit (alkoholfreiem) Weissbier und der leckeren Kaspressknödelsuppe natürlich nicht fehlen bevor wir im Sonnenuntergang ins Tal absteigen.

Unser Fazit: Eine lohnende Tour mit perfekter Absicherung und zusammen mit der „Kuschelrock“ am Gimpel Vorbau, die uns (noch) besser gefallen hat, eine der besten in den Tannheimern in dieser Liga.

Möchtest Du selbst ins Alpine Klettern einsteigen oder Dein Können verbessern, hier geht's zum Kurs: Kletterkurs Alpin Tannheimer Berge

Skitour auf den Jiehkkevarri

Lyngen Apls Jiehkkevarri Gipfel

Der Jiehkkevarri ist der höchste Gipfel in den Lyngen Alps und ragt 1.834 m aus dem Lyngenfjord empor.

König der Lyngen Alps

Nicht ganz zufällig trägt er auch den Titel „Mt. Blanc der Lyngen Alps“, denn ähnlich wie der große Bruder aus den Alpen ist sein Haupt mit einer mächtigen, vergletscherten Kappe überzogen und nicht minder technische Anforderungen warten auf den Skibergsteiger.

Im Unterschied zum Mt. Blanc, der sehr prominent über Chamonix wacht, ist der Jiehkkevarri eher ein scheuer Kamerad und sein Gipfel sticht nicht sofort ins Auge. Das liegt vielleicht auch daran, dass in seiner Umgebung einige weitere, hohe Berge zu finden sind und das flache Gipfelplateau nicht besonders markant in Erscheinung tritt. Irgendwie typisch skandinavisches Understatement, denn rückt man ihm näher auf die Pelle zeigt er seine wahre Größe und es wird offensichtlich, dass es keine wirklich leichten Anstiege gibt.

Die Route über den Holmbuktinden, 1666 m

Die Skitour startet in Indre Holmbukta von dem Parkplatz kurz hinter der Brücke über den Storelva. Nachdem man das obligatorische Gestrüpp hinter sich gelassen hat, folgt man dem zunehmend steiler werdenden alten Gletscherbett. Falls der Plan im Raum steht, über den Blåisen Gletscher abzufahren, empfiehlt es sich ein kleines Fernglas einzupacken. Eine genauere Betrachtung des steilen Gletscherendes kann nicht schaden. Auf einer Höhe von ca. 400 m wendet man sich nach Nordost und es geht steil, meist über hart gefrorene Lawinenkegel Richtung Holmbuktinden. Kurz unterhalb der Schulter erwartet uns eine ca. 40 °steile Rinne und je nach Schneebeschaffenheit müssen die Ski eventuell getragen werden. (So wars beim letzten Mal). Noch gute 250 Meter trennen uns von dem ersten Etappenziel. Beeindruckend sind die gewaltigen, nordostseitigen Wächten, also auf keinen Fall die Spur zu weit nach links rauslegen, bei guter Sicht kein Problem.

Vom Gipfel, 1.666 m folgt eine kurze, nicht ganz harmlose Abfahrt über einen vergletscherten Grat mit einigen Spalten und einer weiten Querung nach links. Sobald das Gelände die Möglichkeit bietet geht es rechts hoch auf das Gipfelplateau. Die nächsten 200 Höhenmeter sind nochmals sehr steil und in den Hängen sammelt sich extrem viel Schnee an. Diese Passage ist bei angespannter Lawinenlage mit äußerster Vorsicht zu genießen. Sobald die Höhe des Holbuktinden wieder erreicht ist, sind die Schwierigkeiten vorüber und es geht gemütlich zum höchsten Punkt der Lyngen Alps.

Abfahrt über den Blåsen Gletscher

Die Aussicht vom Gipfel ist bei gutem Wetter natürlich phantastisch und nach Beendigung der Fotosession warten 1.800 Meter abwechslungsreiche Abfahrt auf uns. Zunächst muss man etwas anschieben, aber schon bald nimmt das Gefälle zu und wir schwingen in weiten Bögen Richtung Blåisen Gletscher. Wir fahren links der Aufstiegsspur und schweben über weite Hänge Richtung Tal. Aber Vorsicht – nicht zu früh nach unten abdriften und die Einfahrt zum Blåisen verpassen – sonst landet man im Nirvana. Als Orientierung dient der Grat vom Holmbuktinden und der Punkt 1.510 m. In Gletschermitte finden wir den größten spaltenfreien Bereich. Es ist perfektes Skigelände, die Hangneigung hat um die 35 ° und es ist breit genug, dass auch bei einer größeren Gruppe jeder seine eigene Spur fahren kann. Ab ca. 1.200 m verflacht sich das Gelände und es ist entspanntes Crusen bis zur letzten Steilpassage angesagt.

Jetzt wird es noch mal spannend, denn das Gletscherende ist ziemlich steil und es gibt nur einen Durchschlupf. Man hält sich relativ weit rechts und es geht steil entlang einer markanten Felsrippe. Am Ende der Felsen bietet sich eine weite Querung nach links an, von wo wir über eine ganze Reihe schöner Hänge zu den alten Seitenmoränen abfahren. Das Gletscherende befindet sich im Gefahrenbereich von Lawinen aus der Südwand des Holmbuktinden und man sollte diese Stelle nicht zu spät passieren. Bei wenig Schnee kann es auch blank sein und dann heißt es Steigeisen raus und die ca. 40 ° steile Rinne abklettern (100 Hm). Zum Schluss treffen wir wieder auf unsere Aufstiegsspur vom frühen Morgen und folgen dem Bachverlauf zum Parkplatz.

Erstbefahrung der Jiehkkevarri Südwand

Neben der Normalroute gibt es natürlich noch viele weitere Touren an diesem Berg. Eine der großartigsten Überschreitungen in den Lyngen Alps ist die Route vom Gipfel des Jiehkkevarri weiter über den Kveita mit anschließender Abfahrt über den Fugldalsbreen bis nach Forneset am Kjosenfjord. Dazu braucht man aber zwei Fahrzeuge.

Einen besonderen Coup landeten zwei Alpinisten aus Tromsø im Frühjahr 2020. Ende April kletterten der Bergführer Finn Kristoffer Hovem mit einem Kameraden durch die 1.100 Meter hohe Südwand des Jiehkkevarri. Im Anschluss fuhren die beiden die komplette Route mit Ski ab. Die Flanke wird auch als arktische Brenvaflanke bezeichnet und die Erstbefahrer gaben die Steilheit mit bis zu 55 ° an.

Traditionell wird am 01. Mai von vielen Einheimischen eine Skitour auf den Jiehkkevarri unternommen und das ist sicherlich ein gut gewählter Zeitpunkt. Sollte jemand Lust bekommen haben den Lyngen Alps aufs Dach zu steigen, wir bieten die Tour von unserem Skitouren Camp in Djupvik aus an.

Enchainment am Lyngenfjord

Skitour auf Staluvarri, Kåfjord, Lyngen Alps

EineTraverse über die gesamte Kåfjord-Kette am östlichen Ufer des Lyngenfjord ist eine satte Tagestour.

Die Tour

Jan, Fotograf aus Olderdalen hatte uns vor einiger Zeit den Floh ins Ohr gesetzt. Eine Überschreitung der Bergkette von Olderdalen bis Djupvik.
Die gewaltigen Flanken der Kåfjord Berge, stechen sofort ins Auge, wenn man die Lyngen Alps besucht. Die Tour ist kein Spaziergang, am Ende kamen bei der Überschreitung 3.882 Höhenmeter und knapp 35 Km zusammen, Dauer 13,5 Stunden.

Gillavarri, 1.163 m

Die erste Etappe führt auf den Gipfel des Gillavarri, ein normalerweise frequentiertes Tourenziel. Hier begegneten uns das einzige Mal weitere Tourengeher. Wir wählen den Aufstieg über die breite Westschulter und fahren vom Gipfel ins Lilledalen ab. Anfellen und weiter zum Gipfel des nächsten Berges.

Nordmannviktinden, 1.355 m

Der Aufstieg weist im unteren Teil einen Abschnitt über 40° auf und liegt im Einzugsbereich großer Lawinen. Er führt direkt auf den südlichsten Punkt des Gipfelplateaus, auf der Karte mit 1.355 m verzeichnet. Man überschreitet danach den langen Gipfelrücken nach Norden und fährt in das breite Tal von Nordmannvik hinunter. Hier ist die Crux eine Querung des tiefen Bachbettes. Im hinteren Teil des Tales befindet sich eine kleine Hütte (135 m) mit einer Brücke, falls es wenig Schnee hat die beste Alternative.

Staluvarri, 1.251 m

Der nun folgende Anstieg führt auf den Staluvarri, bzw. Rassavarri. Die ersten 300 Meter geht es durch dichten Wald, danach über einen langen flachen Gradrücken zum Gipfel. Die ca. 1.100 Höhenmeter haben am meisten von der ganzen Tour geschlaucht, da der Schnee im Wald tief und sulzig war, weiter oben sehr hart und abgeblasen.

Die Abfahrt ins nächste Hochtal ist sehr technisch und mit einer steilen > 40° steilen Rinne/Flanke auch nur bei guten Verhältnissen möglich. Es gibt natürlich immer einen flacheren Weg außen herum, aber dann erhöhen sich auch die Aufstiegsmeter und das Abfahrtsvergnügen nimmt ab.

Sorbmegaisa, 1.288 m

Der Sorbmegaisa ist ein echter Panorama Berg, denn während man das Gipfelplateau zum höchsten Punkt überschreitet, gibt es viel Zeit die Aussicht über den Lyngenfjord auf die spitzen Gipfel und weiten Gletscher der Halbinsel zu genießen. Auch sonst ist dieser Gipfel einer der schönsten und variabelsten Skigipfel im gesamten Lyngen Gebiet.
Unsere Abfahrtsvariante hinunter ins Hammarvikdalen ist wieder sehr steil und obwohl wir erst eine Woche zuvor auf der gleichen Route abgefahren sind, hatten wir dieses Mal ein etwas mulmiges Gefühl im Bauch. Unter der Wächte nahe der Einfahrt war ein frisches Triebschneebrett abgegangen, die letzten 2 Tage gab es etwas Neuschnee mit sehr starkem Wind und die Verhältnisse ändern sich hier sehr schnell.

Storhaugen, 1.142 m

Der letzte Anstieg hat es noch mal in sich. Mittlerweile ist es kurz vor Mitternacht und wir hatten uns zum Ziel gesetzt um 00 Uhr auf dem Gipfel des Storhaugen zu stehen. Dann wären wir exakt 12 Stunden unterwegs gewesen, denn wie nördlich des Polarkreises zu dieser Jahreszeit üblich, lässt man die Tage entspannt angehen und so sind wir erst mittags aufgebrochen.
Wir spuren jetzt hoch in Richtung der Scharte, die auf 1.000 m zwischen den beiden Gipfeln liegt, jedoch müssen wir unsere Skier schon 250 Meter unterhalb des Storhaugens/Boazovarri auf dem Rucksack befestigen. Im Schatten war die durchweichte Oberfläche zu Eis gefroren und es gab null Chance, auch nicht mit Harscheisen diesen letzten Aufstieg mit Ski an zu bewältigen. Als wir glücklich und müde um viertel nach 12 auf dem letzten Gipfel standen, hatte sich sogar die Mitternachtssonne schon verabschiedet, aber da es schon wieder dämmerte war es eigentlich taghell.

Vom Gipfel des Storhaugen fährt man direkt in unser Skitouren Camp nach Djupvik und eine gute Stunde später steht schon ein riesen Berg Pasta auf dem Tisch. Da der 17. Mai Nationalfeiertag in Norwegen ist, war die Party im benachbarten Restaurant (Corona hin oder her) in vollem Gange, aber für uns war das jetzt zu viel und nach dem Essen verdunkeln wir unser Chalet und begeben uns ins Reich der Träume.

Skitouren im Licht der Mitternachtssonne

Mitternachtsskitour, Nordmannviktinden, Kåfjord, Lyngen Alps

Die sagenumwobene Mitternachtssonne ist selbst für ständige Bewohner dieser Breitengrade etwas ganz Spezielles.

Mitternachtstour auf den Nordmannviktinden

Begeistert schwärmen die Locals von dem Erlebnis und natürlich nehmen wir nur allzu gerne die Einladung unseres Freundes Ingar, einem waschechten Nordmann und gebürtiger Bewohner der Ortschaft Nordmannvik an, ihn auf seinen Hausberg, den Nordmannviktinden zu begleiten. Mit von der Partie sind noch ein lokaler Fotograf und der Leiter des Tourismusverbandes am Lyngenfjord.

Wir treffen uns um 20 Uhr am Ausgangspunkt der Tour und für den gewöhnlichen Mitteleuropäer fühlt es sich wirklich an wie 2 Uhr nachmittags, die Sonnenbrille gehört zur Grundausstattung. Unser Fotograf Jan hat schon eine halbe Stunde Vorsprung, denn er hat einiges an Fotoausrüstung mit im Gepäck. Voraussetzung für die Beobachtung dieses Ereignisses ist natürlich neben dem entsprechenden Wetter auch das richtige Timing. Für das perfekte Foto sollte man rechtzeitig den Gipfel oder den anvisierten Aussichtspunkt erreichen, um es wirklich genießen zu können. Ferner sind eine Daunenjacke und warme Handschuhe sehr nützlich.

Mitternachtssonne am Horizont

Der Nordmannviktinden ist mit 1.355 Meter der höchste Gipfel auf der Ostseite des Lyngenfjords und es gibt keinen besseren Punkt, um das Spektakel zu beobachten. Öfters schon standen wir auf diesem wunderschönen Skiberg, allerdings noch nie zu dieser späten Uhrzeit. Nach ungefähr drei Stunden erreichen wir das Gipfelplateau und die Sonne hat bereits die typisch orange Färbung angenommen. Die Fotosession beginnt und eine viertel Stunde nach Mitternacht verschwindet die Sonne hinter dem Horizont.
Da wir erst den 13. Mai datieren kann man dieses Schauspiel nur aus erhöhter Position beobachten, unten am Fjord ist die Sonne schon seit gut einer Sunde nicht mehr zu sehen. Wir starten die Abfahrt und schwingen in dem weichen Licht direkt auf das Wasser zu. Ein unbeschreibliches Gefühl überkommt uns, alles fühlt sich so wunderbar leicht an und wir wünschen uns, dass diese Abfahrt nicht enden möge.
Døgnvill nennen die Norweger den Zustand dieser Euphorie, der ausgelöst wird, durch die 24 Stunden Tageslicht.
Als wir kurz nach 1 Uhr zu unserem Chalet zurückkehren ist von Müdigkeit keine Spur und wir kochen uns erst mal eine gute Portion Pasta. Schon bald kündigt sich der Sonnenaufgang an und sorgfältig dunkeln wir die Fenster ab bevor wir dann doch in den wohlverdienten Schlaf fallen.

The Road to Lyngen

On the Road to Lyngen, irgendwo in Lappland

Das Jahr 2020 wird garantiert in die Geschichte eingehen und uns noch lange in Erinnerung bleiben. Zum Glück gibt es aber nicht nur tragische Ereignisse sondern auch ein paar positive Dinge.

Skitouren im Frühjahr 2020

In den Lyngen Alps ist diesen Winter so viel Schnee gefallen wie seit über 20 Jahren nicht mehr und die Bedingungen für Skitouren sind extrem gut. Die Planung, die zweite Hälfte der Saison in Norwegen zu verbringen war so gesehen eine gute Idee, nur kam es ganz anders als erwartet.

In 4 Tagen von Murnau bis in die Lyngen Alps

Wer in Tromsø schon mal einen Kleinbus gemietet hat weiß, dass das nicht gerade ein Schneppchen ist und nicht nur aus diesem Grund haben wir uns entschieden diesen Winter mal mit einem eigenen 9-Sitzer an den Polarkreis hochzu düsen. Für die knapp 3.500 km vom Alpennordrand bis in die Lyngen Alps benötigt man tatsächlich 4 Tage. So machen wir uns Anfang März mit unserem Ford Transit, voll beladen mit Tourenski, ABS-Rucksäcken und weiterer Ausrüstung für den Verleih auf den Weg. Es geht von Warnemünde mit der Fähre nach Dänemark, wo wir auf einer kleinen Landzunge mit spektakulärer Aussicht die erste Nacht verbringen. Der Rastplatz Farø befindet sich direkt am Ufer mit genialer Aussicht auf eine beeindruckenden Brückenkonstruktion und ist ideal geeignet zum Übernachten im Auto oder Camper. In schon frühlingshafter Atmosphäre machen wir noch einen kleinen Zwischenstopp im Zentrum von Kopenhagen bevor wir die Grenze nach Schweden passieren. Dabei wählen wir die Route über die gewaltige Öresundbrücke, die wir schon lange mal aus der Nähe sehen wollten. Kurz hinter Stockholm ist es schlagartig vorbei mit den Frühlingsgefühlen und wir tauchen in den skandinavischen Winter ein, der uns so schnell nicht mehr los lassen wird. Die Route führt die baltische Küste hoch bis Luleå und anschließend ins Landesinnere weiter nach Kiruna. Am späten Nachmittag des dritten Tages befinden wir uns schon nahe der norwegischen Grenze und verbringen eine Nacht bei Freunden in Abisko. Wir gönnen uns ein feudales Abendmenü in der Abisko Mountain Lodge, die von einem Bergführerkollegen betrieben wird. Am nächsten Morgen passieren wir zwischen meterhohen Schneewänden die Grenze nach Norwegen und es geht hinunter an den Ofotfjord. Die Strecke von Kiruna bis an den Lyngenfjord kennen wir aus den letzten Jahren nur zu gut und schätzen uns bei der Schneelage glücklich, dass wir dieses Mal ohne Straßensperrungen auf Anhieb durchkommen. Wenn die Straße über Riksgränsen wegen Lawinengefahr geschlossen ist, kann man auch die Route durch Finnland über Kilpisjärvi benutzen, die aber landschaftlich etwas eintöniger ist.

Der Lock-Down schlägt zu

Drei Tage nach unserer Ankunft am Lyngenfjord werden die Grenzen Norwegens geschlossen und allen Touristen wird unmissverständlich nahe gelegt auf möglichst schnellstem Weg die Heimreise anzutreten. Spätestens jetzt wird klar, dass dieses Corona Virus uns einen kräftigen Strich durch die Rechnung machen wird. Eine sofortige Rückreise ist natürlich gar nicht in unserem Sinne und so erkundigen wir uns bei der örtlichen Gemeindeverwaltung nach alternativen Lösungen.

Es wird uns unter Auflage einer 14-tägigen Quarantäne die Aufenthalts-Genehmigung erteilt. Zunächst ist die ganze Situation noch ziemlich diffus und es ist nicht klar, wie lange die Grenzen geschlossen sein werden. Leider zeichnet sich alsbald ab, dass die Skitourensaison so wie wir sie geplant haben wirklich zu Ende zu sein scheint.
Das bedeutet für uns zunächst allen gebuchten Gästen abzusagen, Flüge und Unterkünfte zu stornieren, Anzahlungen zurückzufordern und unseren Kunden den Reisepreis zurückzuerstatten. Etwas frustrierend ist das schon, wenn man bedenkt wieviel Zeit und Energie es gekostet hat so eine Skitourensaison auf die Füße zu stellen und wie schnell sich alles in Luft auflöst. Ein absolut neue Erfahrung, erinnert uns an ein Kartenhaus.
Da der Lock-Down zwischenzeitlich ganz Europa lahmgelegt hat, gibt es für uns vorerst keinen Grund nach Deutschland zurückzukehren. Jetzt wo wir schon mal hier oben angekommen sind wollen wir uns zumindest ein bisschen bewegen, schon um die lange Fahrt etwas zu verdauen.

Skitouren in Coronazeiten

Nachdem die ersten zwei Wochen während der Quarantänezeit etwas Zurückhaltung angesagt ist, lockert sich die Atmosphäre mehr und mehr und wir können ungehindert Skitouren im näheren und weiteren Umkreis unseres Stützpunktes unternehmen.
Die enormen Schneemengen dieses Winters mussten natürlich irgendwann vom Himmel fallen und wir finden uns häufiger im kompletten White-out wieder. Dafür belohnt uns Frau Holle immer wieder mit traumhaften Pulverschnee Abfahrten bis hinunter ans Wasser und an manchen Tagen marschieren wir direkt mit aufgezogenen Fellen aus dem Haus hinaus auf einen unserer Hausberge. Allmählich gewinnen wir der ganzen Situation die positiven Seiten ab und es wird uns bewusst, in welcher glücklichen Lage wir uns hier oben befinden. Die Möglichkeit uneingeschränkt Skitouren in dieser einmaligen Region zu unternehmen und dabei kaum auf andere Menschen zu stoßen nehmen wir als großes Geschenk hin, auch wenn die Ursache dafür sehr unerfreulich ist. Einzig, das geschlossene Café auf der Fähre, die zwischen Lyngseidet und Olderdalen verkehrt und das Desinfektionsmittel am Eingang des Supermarktes erinnern daran, dass eigentlich im restlichen Europa der Ausnahmezustand regiert.
Inzwischen zeigt der Kalender den 12. Mai an und während ich diese Zeilen schreibe fällt draußen wieder leise der Schnee vom Himmel und jeder der gedacht hat er könnte so langsam die Sommerreifen montieren hat sich ganz schön getäuscht. Ab morgen soll aber für die nächsten Tage die Sonne wieder scheinen und wir haben noch eine ganze Anzahl von Touren auf unsere Wunschliste, zuviel für den restlichen Winter und genug um noch einige Lock-Downs und Krisen zu überbrücken.

Skitouren auf den Lofoten

Skitouren Lofoten - Aufstieg zum Geigallien

Atemberaubende Inselwelt im Nordmeer

Die Anreise auf die Lofoten

Die Lofoten sind immer wieder eine Reise wert, egal wie oft man schon dort war. Allein schon die Anreise ist ein Erlebnis. Der Flug über Oslo nach Evernes funktioniert problemlos, im Gegensatz zum manchen Verbindungen nach Tromsø.

Verhungern muß keiner

Für den ersten Hunger nach der Landung legen wir einen kurzen Stopp an der Tjeldsundbrua ein. Das Essen dort ist ganz ok, weitaus besser noch ist die Aussicht auf die beeindruckende Brückenkonstruktion über den Tjeldsund. Weiter geht’s auf der A 10 immer am Fjord entlang und dann durch den durch den 6 km langen Sørdaltunnelen, der die Lofoten mit dem Festland verbindet. Der Tunnel wurde in nur 3-jähriger Bauzeit fertig gestellt. Noch zwei weitere Tunnelpassagen und der letzte Tunnel unter dem Sløverfjord durch bringt uns auf die Hauptinsel Austvågøya. Die meisten unser Touren werden wir auf dieser Insel unternehmen und auch die kleine Provinzmetropole Svolvær liegt auf dieser Insel. Auf den letzten Kilometern Können wir schon mal die Schneelage für die nächsten Tage checken.

In Svolvær beziehen wir zunächst mal unsere Rorbuer bevor wir uns auf den Weg in den Hafen machen. Wir genießen ein frisch gezapftes Bier im Bacalao und beim Abendessen schmieden wir die ersten Pläne für die nächsten Tage.

Typisches Lofoten Wetter

Die ersten Tage unseres Aufenthalts waren die Wetterverhältnisse eher bescheiden und wir begnügten uns mit kürzeren Touren und erkundeten dafür die Umgebung. Wer sich für die Geschichte der Wikinger interessiert für den kann ein Ausflug nach Borg ganz interessant sein. Dort wurde gleich ein ziemlich großer Gebäudekomplex zu dem Thema neu errichtet. Für Surfer ist der Beach und die Surfstation Unstad ein Pflichtbesuch. Nebenbei gibt's in dem supercoolen Cafe definitiv die besten Cinemonrolls am Polarkreis. Der Cappuccino ist auch sehr gut, aber Vorsicht!- Schuhe ausziehen- bevor ihr euch es in der Lounge bequem macht.

Skitour zum Geitgaljen

Der Geitgaljen ist mit 1.085 Metern der höchste Skiberg der Lofoten. Es gibt zwar unmittelbar nördlich die etwas höhere Spitze des Higravstinden, aber das ist leider kein Skiberg. Diesen Morgen starten wir ausnahmsweise mal sehr früh, weil bei der Wettervorhersage damit zu rechnen ist, dass wir nicht die einzigen mit diesem Ziel sind.

Der Geitgaljen ist die Paradeskitour auf den Lofoten und eigentlich die einzige von dem Kaliber, zumindestens wenn man ohne Boot unterwegs ist. Wir entscheiden uns für die etwas längere Ostvariante im Aufstieg, um schon mal einen Blick in das Südcolouir zu werfen und weil ich den Normalweg wegen einer unangenehmen Querung gleich zu Beginn der Route nicht so gerne mache. Der ganze Berg ist noch komplett unverspurt, eigentlich logisch nach 3 Tagen schlechtem Wetter. Es hat nicht viel Neuschnee gegeben, aber eben doch der erste Tag danach.
Der Aufstieg über die Ostseite hat mehrere seile Passagen und führt zunachst durch ein gut 35° steiles Colouir in einen Kessel.

Die Bergwelt hier ist wild und von einmaliger Schönheit, für mich einer der schönsten Plätze auf den Lofoten, ein wirklich magischer Ort. In dieser Umgebung steigen wir weiter über eine weitere Steilstufe bis zu dem Grat, der uns auf den Gipfel führt.

Wir schnallen die Ski auf den Rucksack und über den letzten, gut 40° steilen kurzen Hang geht es zum Gipfel. Hier sind die Steigeisen notwendig. Inzwischen sind wir nicht mehr die einzigen am Berg, über den Normalweg kommen einige Leute nach oben, wobei die meisten nicht auf den Gipfel gehen, sondern direkt das Südcolouir ansteuen. Eigentlich hatten wir auch die Abfahrt über das Südcouloir geplant, aber da diese Abfahrt nicht viel Platz bietet und im oberen Teil schnell zu einer Buckelpiste wird, entscheiden wir uns für einen andere Variante.

Der krönende Abschluß

So starten wir mit den Ski direkt vom Gipfel und fahren über eine Scharte in die Ostflanke ein. Der riesige Hang ist mit Ausnahme unserer Aufstiegsspur komplett unverspurt. Wir genießen fast 500 Höhenmeter feinsten Pulverschnee und stoppen nur einmal kurz vor einer Steilstufe. Im weiteren Verlauf geht es an beeindruckenden und vereisten Felswänden weiter bis in das breite Couloir, das uns zum Schluß durch einen lichten Wald bis hinunter ans Wasser führt. Von hier geht es am Ufer entlang zurück zum Ausgangspunkt. Das war definitiv eine der schönsten Abfahrtsrouten auf den gesamten Lofoten, über 1.000 Meter erstklassiges Skigeglände, meist um die 35° und selten flacher als 30°.

Skitouren in den Pyrenäen

Skitour Pyrenäen Gipfelkreuz Aneto

Vor über 30 Jahren erkundeten wir mit Freunden zum ersten Mal die Pyrenäen um zu klettern.

Die Pyrenäen - ursprünglich, wild und einsam
Es war eigentlich eine Verlegenheitsreise, denn im gesamten Alpenraum war das Wetter schlecht und wir mussten immer weiter nach Süden ausweichen.

Nationalpark Aigüestortes und Aneto

Seitdem hat uns dieses Gebirge nicht mehr losgelassen. Diese Ursprünglichkeit, die wilden, einsamen Täler – in den Alpen sucht man das meist vergebens. 2014 erfüllten wir uns mit dem Kauf eines alten Bauernhauses südlich des Aigüestortes Nationalparks einen Traum und bauten dieses zum Stützpunkt für kleine Kletter- und Skitourengruppen aus.

Die letzen fünf Winter nutzten wir jeden Tourentag und waren heuer bis Mitte Mai auf Ski unterwegs. Die Pyrenäen haben uns noch nie enttäuscht. Inzwischen sind wir es gewohnt, wenn wir, von Barcelona kommend, erst einmal durch grüne, blühende Landschaften fahren und unsere Gäste ungläubig an den trockenen, schneefreien Südhängen der Pyrenäen nach Skitourenmöglichkeiten suchen.

Die Nähe zum Mittelmeer und zum Atlantik hat zur Folge, dass sich bei entsprechenden Wetterlagen viel feuchte Luft an den höchsten Gipfeln anstaut und es dadurch zu ergiebigen Niederschlägen kommt. Durch die südliche Lage des Gebirges schmilzt der Schnee unterhalb von 1500 Metern allerdings auch schnell wieder ab und vor allem die Südseiten sind dann bald wieder schneefrei.

Tavascan - ein Bergdorf am Ende der Welt

Das Ende der Welt – oder der Beginn einer traumhaften Tourenwoche? Das kleine Bergdorf mit dem gemütlichen Hotel ist für die kommenden zwei Nächte unser Stützpunkt. Ist man erst mal mit dem Fahrzeug hier angekommen, kann man kaum glauben, dass es noch weiter geht. Dem ist aber so, und nach weiteren 10 km engster Bergstrasse kommt sogar ein Parkplatz mit Lift. Für uns der Ausgangspunkt zu unserer Eingehtour. Traumhaftes Skigelände mit versteckten nordseitigen Karen führen zum 2851 m hohen Pic de Ventolau. Von hier hat man eine fantastische Aussicht in den Aigüestortes Nationalpark, unserem nächsten Ziel.

Der Aigüestortes Nationalpark

Hier haben die Pyrenäen ihre größte Nord – Südausdehnung. Auf ca. 2000 Metern liegen über 70 größere Seen verstreut. Die Wälder an den Abhängen des Parks bieten einer der letzten Braunbärpopulationen in Europa ein Zuhause und neben den zahlreichen Gänsegeiern kann man sogar die seltenen Bartgeier beobachten. Die höchsten Gipfel sind um die 3000 Meter hoch, von den insgesamt neun Hütten sind in der Wintersaison vier regelmäßig bewirtschaftet. Im Norden wird der Park vom Val d `Aran begrenzt. Dieses Tal liegt zwar schon nördlich des Hauptkammes, gehört aber noch zu Spanien und das größte Skigebiet Spaniens hier, Baqueira Beret, ist für seine Schneesicherheit bekannt. Mit 56 Liftanlagen und 153 km Pisten lockt es viele Skitouristen an und entsprechend ausgebaut ist die Infrastruktur. Auch der spanische König hat dort seine Winterresidenz. Dies hat natürlich seine Schattenseiten: Hohe Preise, Rummel und der tägliche Autostau zu den Liften. Als Ausgangspunkt für Skitouren ist es unserer Meinung nach trotz der Schneesicherheit eher ungünstig, da zu allen Hütten sehr lange Talzustiege nötig sind. Im Süden des Parks liegt das Val de Boi mit dem Skigebiet Taüll. Hier beginnen einige sehr schöne Tagestouren und der Zustieg zur Ventosahütte.

Bei einer Skidurchquerung musst Du flexibel sein

Eine solche Runde ist immer von der Schnee – und Lawinensituation abhängig. Wir wollen uns daher nicht auf eine fixe Route festlegen. Mittlerweile haben wir aber aus den vielen Möglichkeiten eine optimale Route ausgearbeitet, die wir je nach Verhältnissen entsprechend variieren können. Sie führt im Uhrzeigersinn von der Amitgeshütte über die Ventosa-, Colomers- und Saboredohütte zum Ausgangspunkt am Bonaiguapass zurück. Dabei werden mehrere Cols überschritten, wegen der Steilheit teilweise mit den Skiern am Rucksack, und natürlich auch die höchsten Gipfel und besten Abfahrten „mitgenommen“. 1500 Höhenmeter können da täglich schon mal zusammenkommen. Die abwechslungsreiche, felsige Gebirgslandschaft, die vielen Seen und die urwüchsigen, uralten Pyrenäenkiefern, die sich auch noch auf 2600 Metern an steilsten Granitwänden festkrallen, lassen die Anstrengung aber vergessen und die obligatorischen Fotopausen entschärfen die Anstiege zusätzlich.

Der höchste Pyrenäengipfel Aneto

In den Alpen wäre er einer unter vielen, hier sind die 3408 Meter ein Rekord. Nach der Aigüestortesdurchquerung übernachten wir ein letztes Mal in Tavascan, um am nächsten Tag gemütlich in Richtung Aneto zu fahren. Nicht auf dem schnellsten Weg, sondern auf der schönsten und interessantesten Strecke. Nach etwa drei Stunden kommen wir am Talort Benasque an. Das alte Bergdorf ist nicht vom Tourismusboom verschont geblieben, hat sich aber einen schönen Ortskern bewahrt. Wer sich noch Ausrüstung besorgen will, findet in den vielen Sportgeschäften hier sicher das Passende. Weiter geht es mit dem Pkw bis Llanos de Hospital auf 1900 Metern Höhe. Ab hier steigen wir mit Skiern zwei Stunden zur Renclusahütte auf, zuerst über eine Langlaufloipe, dann noch 300 Höhenmeter durch lichten Bergwald. Der nächste Tag gilt ganz dem höchsten Punkt der Pyrenäen. Zuerst müssen wir über steile Hänge zur Portilla Superior aufsteigen, um dann auf der anderen Seite mit einer langen Querung den Aneto zu erreichen. Der Gipfelaufbau hat es nochmal in sich: Meistens ist er blankgeblasen und sehr hart. Steigeisen sind hier Pflicht. Die letzten Meter zum Gipfel führen über einen Felsgrat. Hier entscheidet der Bergführer über den Einsatz des Seiles. Nach all der Mühe werdet ihr oben mit einer fantastischen Aussicht belohnt: Im Norden reicht der Blick weit nach Frankreich, während man im Süden bei klarer Sicht bis zum Iberischen Rücken südlich von Zaragossa sehen kann. Dazu hat man die gesamten hohen Pyrenäengipfel im Blick. Eine Rundsicht über mehrere Hundert Kilometer! Nun liegen 1600 Höhenmeter Abfahrt vor uns. Ein einziger, langer, nordseitiger Hang. Ein Rausch. Genau der richtige Abschluss einer solchen Woche.

Als Ausklang ein Schmankerl

Nach dem Aneto werden wir noch einige Kilometer in Richtung Barcelona fahren. Eventuell legen wir dabei einen Kaffeestopp an unserem Stützpunkt ein. Quartier beziehen wir aber in der gemütlichen Casa Roca, einer uralten, typischen Casa Rural. Das Kaminzimmer dort werdet ihr nicht vergessen!
Zum Abschlussessen verwöhnt uns die Chefin mit einer üppigen katalanischen Speisekarte, alle Gerichte vom eigenen Bauernhof.

Bericht von unseren Bergführern Reiner Pickl und Michaela Karrasch

Skitouren in Kanada

Kanada - 4 von 9

Das Burnie Glacier Chalet Im März 2019 waren wir im Norden von British Columbia eine Woche zu Gast auf dem Burnie Glacier Chalet.

Mit dem Heli auf die Hütte

Mit Skifahren in Kanada assoziiert man gewöhnlich das Heliskiing. Es tauchen Bilder von stiebendem Pulverschnee und Skifahrern, die bis zum Hals in die weiße Watte getaucht sind vor unserem geistigen Auge auf. Dieses Mal wollen wir uns diesem Wintersport-Eldorado einmal anders nähern und haben uns für 7 Tage auf eine einsame Hütte einquartiert um von dort aus Skitouren zu unternehmen. Das Chalet, wie man in Kanada eine Hütte nennt liegt nur auf 1.000 Meter Meereshöhe und ist umgeben von Gletschern und Wäldern. Wir wären nicht in Kanada wenn nicht doch ein Helikopter ins Spiel kommen würde. Zu Fuß ist das Burnie Glacier Chalet nicht zu erreichen und so entfällt ein mühsamer Hüttenanstieg zu Gunsten eines gut 20 minütigen Fluges.

Kanadischen Wildnis und Österreichische Küche

Mit von der Partie ist unsere aus Oberösterreich stammende Köchin Monika, die in der kommende Woche unser Domizil am Burnie Glacier in ein Schlaraffenland verwandeln wird. So viele Höhenmeter kann man gar nicht machen um die in den köstlichen Speisen gut getarnten Kalorien wieder zu verbraten. Nach dem in Nordamerika obligatorischen Notfalltraining, das wir gleich am Ankunftstag hinter uns bringen, starten wir auf unsere erste Tour. Die Tatsache, dass außer uns im Umkreis von 50 Meilen niemand sonst unterwegs ist, muss man erst Mal verkraften.

Ein Münchner im Himmel

Christoph, der einheimische Münchner Bergführer hat diesen himmlischen Platz vor 30 Jahren für sich entdeckt und hat kurze Zeit später das Chalet hier errichtet. Er führt jeden Winter viele Gruppen hier durch seine Berge und hat natürlich viele gute Stories auf Lager. Auch sonst ist er ein sehr angenehmer Zeitgenosse und wir haben viel von ihm gelernt. Alle Skitouren, die wir in der Woche gemacht haben an dieser Stelle zu beschreiben würde den Leser langweilen, nur soviel sei gesagt, es war alles dabei, von coolen Tree-Runs über spektakuläre Gletscherabfahrten und steile Couloirs.

Haute Route im Sommer

Haute Route Sommer - 11 von 16

In sechs Tagen vom Mt. Blanc zum Matterhorn

Die Haute Route wurde vor über 100 Jahren von Engländern "Erstbegangen" und gilt seit dem als die klassische Verbindung zwischen den Bergsteiger-Metropolen Chamonix und Zermatt. Heute wird diese Tour meist im Winter mit Ski begangen, jedoch erfreuen sich auch im Sommer immer mehr Bergsteiger zu Fuss an dieser Route. Abwechslungsreiche Berglandschaften, ursprüngliche Almen und Bergdörfer machen diese Tour so besonders. Aus lieblichen Tälern geht es hoch über vergletscherte Passübergänge und steile Gebirgspfade und es ist nicht nur eine gute Kondition gefragt, sondern auch der sichere Umgang mit Steigeisen und absolute Schwindelfreiheit. Natürlich braucht man zusätzlich noch das entsprechende Wetterglück, denn bei schlechter Sicht, Regen und Gewitter sind viele Passagen nicht begehbar. Wir mussten auf unserer Tour schon zu Beginn die geplante Route verlassen und auf eine weniger hohe, aber nicht minder schöne Variante ausweichen.

Plan B

Als erste Station unserer Haute Route war das französische Refuge Albert Premier geplant. Auf Grund einer angekündigten Kaltfront änderten wir jedoch kurzfristig unseren Plan und entschieden uns für den Wanderweg von Le Tour über das Col de Balme nach Trient, wo wir uns im Hotel "La Grande Ourse" einquartieren. Der folgende Tag startet feucht und bringt am Vormittag einige heftige Niederschläge und Gewitter mit sich. Unsere Route führt zunächst durch einen dschungelartigen Wald talaufwärts. Oberhalb der Waldgrenze wird es deutlich steiler und über große Felsblöcke erreichen wir das fast 2.700 Meter hoch gelegene Fenêtre d'Arpette, den höchsten Punkt unserer heutigen Etappe. Schon beim Abstieg durch das wunderschöne Val d'Arpette reißt der Himmel wieder auf und wir erreichen trocken Champex-du-Lac. Nach einer kurzen Einkehr steht schon das Taxi für die Fahrt über den Gr. St. Bernhard Pass ins italienische Valpelline bereit.

Unser kleines, charmantes Hotel in Ollomont ist nicht nur aus kulinarischer Sicht ein wahres Highlight. In den liebevoll und aufwändig renovierten Zimmern schlafen wir tief und fest. So starten wir am nächsten Morgen gut erholt durch das weite Hochtal zum Fenêtre Durand. Dort angekommen, passieren wir auf knapp 2.900 Metern die Grenze in die Schweiz und steigen abwärts in Richtung Chanrion Hütte, die wir nach einem kurzen Gegenanstieg am späten Nachmittag erreichen.

Über fünf Pässe bis Arolla

Ab hier beginnt der hochalpine Teil unserer Wanderung und die nächste Etappe hat es wirklich in sich. Über fünf steile Pässe und teilweise wegloses Gelände führt unsere Route vorbei an der Cabane des Dix nach Arolla, einem der schönsten Dörfer im Wallis. Von einer Gletscherquerung bis zu einer kurzen Abseilpassage und steilen Eisen-Leitern haben wir heute alles erlebt und müde aber glücklich genießen wir das gute Abendessen in unserem kleinen Schweizer Hotel.

Nach so einer Etappe kann man den nächsten Tag schon mal etwas ruhiger angehen lassen und so schlafen wir bis 8 Uhr morgens und gönnen uns ein ausgedehntes Frühstück. Unser nächstes Ziel ist die legendäre Bertol Hütte, die wie ein Adlerhorst exponiert auf einem Felsgrat oberhalb der gleichnamigen Scharte liegt. Über mehrere Eisenleitern erreichen wir am frühen Nachmittag die Hütte und genießen die Aussicht über gewaltige Gletscherflächen und die zahlreichen 4000er Gipfel der Walliser Alpen .

Vom Matterhorn bis zu "Rosi"

Die letzte Etappe ist der krönenden Abschluss dieser außergewöhnlichen hochalpinen Wanderung. Bei bestem Wetter erreichen wir schon um acht Uhr morgens den Gipfel der Tête Blanche und es eröffnet sich uns ein einzigartiges Panorama. Im Westen der Mt. Blanc und der Gr. Combin, im Süden reicht der Blick bis zum Gr. Paradiso und Mt. Viso bei Turin. Direkt vor uns baut sich das berühmte Matterhorn auf und wir können sogar das auf über 3.800 m hoch gelegene Carrel- Biwak mit bloßem Auge erkennen. Dazwischen die Mt. Rosa, weiter nördlich die Mischabelgruppe und die Kette mit Weißhorn, Zinalrothorn und Obergabelhorn. Nach einer halben Stunde verlassen wir den Gipfel, denn wir haben noch einen weiten Weg vor uns. Der Abstieg nach Zermatt führt zunächst angeseilt über den Gletscher hinunter zum Stockji. Hier beginnt ein ausgesetzter Pfad, der uns steil auf den komplett mit Geröll übersäten Zmuttgletscher hinunterbringt und zum Schluß nochmals zwei kurze Abseilaktionen erfordert. Im Schatten der Matterhorn-Nordwand suchen wir uns im weiteren Verlauf den besten Weg durch Felsblöcke und Geröllhalden bis an die Gletscherzunge. Jetzt geht es auf guten Wegen zur Seilbahnstation Furi, wo unsere Tour endet und die Bahn uns zurück in die Zivilisation bringt. Wir verabschieden uns von einer der großartigsten Region der Alpen und freuen uns auf eine Dusche und ein köstliches Abendessen bei unserer "Rosi" in Herbriggen.

Skitouren in Spitzbergen / Ski & Sail in der Arktis

Aussicht vom Segelschiff auf die Inseln Spitzbergen

Mit dem Segelschiff hoch bis an den 80. Breitgrad ist an sich schon ein besonderes Erlebnis. In Verbindung mit Skitouren noch besser!

Spitzbergen oder Svalbrad

Im deutschen Sprachgebrauch eher als Spitzbergen bekannt, verbirgt sich hinter diesem Namen eigentlich nur die Hauptinsel auf der sich das Verwaltungszentrum Longyearbyen und der einzige internationale Flughafen befindet. Wer sich mehr für die Geschichte und Geografie Svalbards interessiert findet dazu viele Beiträge im Internet oder auch entsprechende Literatur. Wir hatten die neueste Ausgabe des Reiseführers von Rolf Stange dabei, den wir uns vorab in Deutschland besorgt hatten. Der Autor betreibt auch die Webseite www.spitzbergen.de und ist ein wirklicher Kenner der arktischen Regionen. Die Möglichkeit für Skitouren werden in diesem Buch kurz am Rande angesprochen.

Die Anreise

Nachdem wir sowieso schon in den Lyngen Alps waren ist es nur ein knapp zweistündiger Flug von Tromsø nach Logyearbyen. Wir wollten uns noch ein paar Tage Zeit in der "Hauptstadt" Spitzbergens gönnen bevor es für 18 Tage an Bord der Nooderlicht gehen würde. Zudem mussten wir uns noch eine Waffe besorgen, denn ohne geht nichts im Lande der Eisbären.

Longyearbyen

Wenn man das erste Mal in Spitzbergen und Longyearbyen ankommt fällt es schwer zu beschreiben was man fühlt. In der Erwartung einsamer, arktischer Wildnis findet man sich zunächst in einer weit zerstreuten Bergbausiedlung wieder, deren flächenmäßige Ausdehnung beeindruckend ist, wenn man sich bewusst macht auf welchem Breitengrad man sich gerade befindet. Das alte Zentrum mit der schönen Holzkirche liegt mutig platziert unter bedrohlich steilen Bergflanken. Oberhalb stehen noch einige Stützen der alten Seilbahn, die die Kohlegruben mit dem Hafen verbindet. Das neue Zentrum in der Mitte des Adventdalen beherbergt hauptsächlich die touristische Infrastruktur. Richtung Hafen befinden sich die Gebäude der Unis und der große Rest ist ein Industriegebiet. Auffallend ist die Anzahl von Schneemobilen die überall geparkt sind, wobei einige nicht mehr wirklich funktionstüchtig erscheinen. Da Svalbard zollfreies Gebiet ist, kostet der Alkohol genau die Hälfte wie auf dem Norwegischen Festland. Das animiert einige Besucher offensichtlich zum ausgedehnten Feiern und dementsprechend gut besucht sind Bars und Restaurants. Wir haben schnell gelernt, dass man hier am Ende der Welt ohne Reservierung nicht so leicht einen Essplatz bekommt.

Skitour zum Nordenskiöldfjellet, 1.053 m

Zuerst den Steilhang oberhalb der Kirche hoch bis zu einem riesigen Plateau. Ca. eine Stunde ohne nennenswerten Höhengewinn weiter bis an den Fuß der Gipfelpyramide. Abfahrt vom Gipfel nach Südosten ins Adventdalen. Kurz vor Longyearbyen gibt es meistens einige Renntiere mit ihrem Nachwuchs zu bewundern. Die Berg ist ein guter Aussichtsgipfel und die ca. 35° steile Abfahrt ist wirkich sehr lohnenswert!

Trollsteinen und Gletschergrotte

Einer weiterer leicht zu erreichender Gipfel um Longyearbyen ist der Trollsteinen, 849 m. Es gibt wiederum verschiedene Wege. Wir starten an dem kleinen Skilift und steigen oberhalb der neuen Lawinenverbauungen auf. Nach dem ersten Absatz folgen wir dem kleinen Grat zu einem weitläufigen Plateau, zum Schluss über einen Rücken zu dem Gipfelfelsen. Gute Sicht auf die Grube 7. Abfahrt über den Larsbeen bis zur Gletschergrotte, Besichtigung lohnt sich.

Boarding SV Nooderlicht

Endlich war es dann soweit und die Nooderlicht läuft im Hafen von Longyearbyen ein. Die Crew braucht noch einen Tag bis das Schiff bereit ist für den ersten Trip. 10 Tage haben wir Zeit und der Plan ist so weit wie möglich nach Norden vorzudringen. Der Wetterbericht passt. Damit meine ich die Windrichtung, der kommt nämlich gerade aus Süden, was etwas ungewöhnlich ist, vor allem für einen längeren Zeitraum. Also, das Gute ist, wir haben Rückenwind, der Nachteil ist, dass es zu warm ist und die Wolken ziemlich tief hängen. Wir nehmens gelassen und nachdem alle Teilnehmer an Bord sind legen wir ab und fahren quer über den Isfjorden in die Trygghamna Bucht. Dabei spüren wir zum ersten Mal was es bedeutet wenn es etwas mehr Wind gibt, denn alles was nicht zuvor befestigt wurde wechselt sehr schnell den ursprünglichen Platz.

In der Trygghamna Bucht vor Anker

In der Bucht war von dem Wind nichts zu spüren und wir verbringen eine ruhige erste Nacht in unseren komfortablen Kajüten. Auch außerhalb gibt es genügend Platz und hier zahlt sich aus, dass wir das Schiff nicht auf den letzten Platz voll gemacht haben. Die Wolkendecke hängt 100 Meter über der Wasseroberfläche und so beschließen wir die guten Windverhältnisse zu nutzen und segeln weiter Richtung Norden mit dem Ziel St. Jonsfjorden.

Ankern im Sankt Jonsfjorden

Schon gestern Nachmittag hatten wir eine geniale Sicht auf die Bergketten, die bei der Namensfindung der Inselgruppe Pate standen. Der niederländische Seefahrer und damit auch Landsmann unserer Boots-Besatzung Willem Barents entdeckte die Inseln im ausgehenden 16. Jahrhundert und benannte sie nach der Form der Berge. Das erste Mal steigen wir in den Zodic (ein kleines motorisiertes Schlauchboot) und setzten über an Land. Das geht einfacher als erwartet und nachdem wir unsere Gewehre geladen haben maschieren wir los. Zunächst alle zusammen, später machen wir zwei Gruppen und gegen Mittag erreichen wir über den Gletscher namens Graffelbreen eine unbenannte knapp 800 m hohe Spitze. Zurück auf dem Schiff erwartet uns Gabriela, unsere Köchen bereits mit heißer Suppe und frisch gebackenem Brot. Während wir unsere Suppe genießen hat der Captain schon den Anker lichten lassen und wir nehmen wieder Fahrt auf gegen Norden. Wir nutzen die Zeit um mit dem Fernglas das Ufer nach irgendwelchen Zeichen von Eisbären abzusuchen. Trotz der Gefahr, die eine unerwartete Begegnung mit diesem Tier mit sich bringt, hofft natürlich jeder, dass wir einen Bären zu Gesicht bekommen.

Von der Engelskbukta nach Ny-Alesund

Wieder startet unsere Tour mit der Fahrt im Zodiac ans flache Ufer. Wie schnell stellt sich da Routine ein und wir arbeiten Hand in Hand. Wir werden heute die Überschreitung von der Engelskbukta bis in den Kongsfjorden nach Ny Alesund machen. Auch wenn die Sichtverhältnisse nicht ganz optimal sind ist die Tour kein Problem, weil erstens unser Polarexperte Chris diese Tour schon häufiger unternommen hat und zweitens das Gelände den Weg ziemlich klar vorgibt. In Ny -Alesund angekommen haben wir noch Zeit das Museum und einige der Forschungsstationen zu besichtigen, bevor es uns zu Gabrielas Après-Ski-Suppe zieht, oder steht heute vielleicht frisch gebackener Kuchen auf dem Plan.

Magdalenenfjord

Wieder muss der Steuermann sein Abendessen stehend am Ruder eimnehmen, denn wir haben einen weiten Weg vor uns. Noch vor Mitternacht wollen wir den Magdalenenfjord erreichen. Dieser Der Fjord gilt als einer der schönsten in ganz Spitzbergen und wird vor allem im Sommer viel von Ausflugsbooten besucht. Wir sind ganz alleine hier unterwegs und überhaupt sollten wir die ganze Reise hier oben die einzigen sein. Der Hafen in Lonyearbyen war leer, die anderen Skitourenschiffe kommen erst einen Monat später. Die Fahrt hier hoch ist ein Traum. Es ist kälter geworden, die Luft ist klar und die Sicht ist unglaublich. Wir sind jetzt schon weit über dem 79° Breitengrat und es wird gar nicht mehr dunkel und so segeln wir mit Motorunterstützung bei vollem Licht kurz nach Mitternacht in den Fjord ein und gehen auf seiner Nordseite vor Anker.

Überschreitung zum Smeerenburgfjord

Und weil es den Tag zuvor so gut geklappt hat nehmen wir uns heute gleich wieder die Überschreitung einer Landzunge vor und lassen das Schiff alleine außen herum fahren. Ganz so sicher sind wir unserer Sache jedoch nicht und deshalb werden wir per Funk dem Captain mitteilen wo er uns wieder aufsammeln darf. Die Tour führt zunächst über den Salzburgbreen fast 1.000 m hoch hinauf, bevor wir in die Scheibukta abfahren. ein besonders schönes Erlebnis war danach die Fahrt durch das Treibeis im Bjørnfjorden, leider war auch hier der Bär heute nicht zu Hause und wir ankern am Ausgang der Bucht. Für den nächsten Tag haben wir nochmals eine Tour weiter nördlich geplant, wollen aber hier die Wetterentwicklung abwarten. In dieser Ecke Spitzbergens waren Ende 16., Anfang 17. Jahrhundert die Walfänger aktiv und es gibt einige historische Plätze, die Zeugnis die Zeit sind. So findet man auf mehreren flachen Landzungen Spuren der Tranöfen, wo das Öl aus den erlegten Tieren gewonnen wurde, um dann am Ende des Sommers nach Europa verschifft zu werden.

Besuch der Walfangstation Danskeneset

Am nächsten Morgen hängen dichte Wolkenbänke über den Bergen und wir fahren au eine alte Walfangstation. Es gibt keine Wal mehr dafür aber ein Walross, auch nicht schlecht. Nachdem uns Chris unter Einhaltung aller Vorschriften über das Gelände und das Walross geführt hat verlassen wir diesen magischen Ort und gleichzeitig sind wir hier am nördlichste Punkt unserer Reise angelangt. Wir sind zwar noch ein gutes Stück vom 80. Breitengrat entfernt, jedoch ist es schon ein besonderes Gefühl so weit nördlich Ski zu fahren und fast auf 1.000 km an den Nordpol herangekommen zu sein. Jetzt ist das Geschick des Skippers gefragt, denn die Ausfahrt aus diesem Fjord ist eng und nicht besonders tief.

Prins Karls Forland

Wer sich die Karte von Spitzbergen anschaut, dem fällt sofort die langgestreckte westlich vorgelagerte Insel auf. Der nördliche Teil bietet einige gute Möglichkeiten für Skitouren. Wir visieren die Grimaldibukta als Ankerplatz an, was für das Schiff eine durchaus sportliche Distanz darstellt, weil mehr als 10 - 11 Koten macht die alte Dame nicht und so sind wir einige Stunden unterwegs. Schließlich erreichen wir gegen Mitternacht die Bucht und schon beim Anblick der Gletscher freuen wir uns auf den nächsten Tag.

Rudmosefjellet und Boureefjellet

Der Tag beginnt vielversprechend und wir starten Richtung Gletscher. Nach kurzer Zeit jedoch schon zieht eine dunkle Wolkenbank über die Insel und verhüllt die Gipfel, so dass wir eine ganze Zeit im Nebel unterwegs sind, bevor wir abbrechen. Unterhalb von 400 m scheint die Sonne von der Seite unter die Wolkendecke. Das ist wirklich eine surreale Stimmung und wir genießen diesen Augenblick. Der Schnee wäre perfekt zum Abfahren aber bei der Sicht in dem vergletscherten Gelände wollten wir kein Risiko eingehen. Unten am Wasser wartet schon Johnesson, der 1. Offizier und Steuermann im Zodiac auf uns.

Barentsburg und der Rote Bär

Wer ein bisschen in der Geschichte Spitzbergens geblättert hat, dem ist aufgefallen, dass neben den Norwegern vor allem die Russen Bergbau auf der Insel betreiben. Die einzige im Betrieb verbliebene Mine befindet sich in Barentsburg. Der Ort liegt an dem kleinen Grønfjorden gegenüber der Trygghamnabucht. Wir möchten diese russische Enklave auf jeden Fall besuchen und angesichts der verbleibenden Zeit werden wir direkt nach Barentsburg fahren. Der Ort ist wirklich einen Abstecher wert, kommt man sich in sozialistische Zeiten zurückversetzt vor. Schon der Hafen und die endlose Holztreppe vorbei an den alten Gebäuden ist sehr sehenswert. Natürlich darf der obligatorische Bar-Besuch im Kracnij Medwed (Roten Bär) nicht fehlen. Den Ausgang kann sich jeder selbst vorstellen. Interessant ist auch das Postamt, es gibt dort schöne Postkarten und angesagte T-Shirts. Nach dem Besuch fahren wir noch einmal in die Trygghamnabucht und werden dort die letzte Skitour unternehmen.

Zurück in Longyearbyen

Nach der Tour zum Protektorfjellet , dem Wächter über die Einfahrt in den Isfjorden geht unsere letzte Fahrt zurück in den Hafen von Longyearbyen, wo wir Abends von unserer Crew mit dem Captains Dinner verabschiedet werden, denn am nächsten Morgen verlassen fast alle von uns das Schiff und auch ein Teil der Crew wird wechseln. Wir bleiben nochmal 10 Tage auf dem Schiff und werden mit der nächsten Gruppe nochmals Richtung Norden aufbrechen und hoffen natürlich nicht nur rote Eisbären zu sehen.

Skitouren Spitzbergen Teil 2

Nach zwei Tagen in Longyearbyen, die zweite Nacht haben wir dem Pilotenstreik bei der SAS zu verdanken, stechen wir wieder in See. Der Wind kommt von Norden, es ist etwas kälter geworden und wir werden 10 Tage blauen Himmel haben. So viel schon vorweg gesagt, Eisbären haben wir auch gesehen, aber aus sicherer Distanz vom Schiff. Mit diesem Wind hat die Nooderlicht keine Chance wirklich weit nach oben zu kommen, deshalb sind wir ein paar Tage im Isfjord geblieben und haben dort in verschiedenen Buchten geankert. Ein wirkliches Highlight war der Tag der Trygghamna Bucht. Wir waren zunächst auf dem Gipfel des Lagmannstoppenund anschliessend noch auf dem Protektorfjellet. Die Abfahrten hätten nicht besser sein können, steil und perfekte Schneeverhältnisse. Eine ähnliche Kombination mit über 1.700 hm haben wir gegen Ende der Reise noch auf der Nordseite des Sankt Jonsfjordes hinbekommen. Das war auch der nördlichste Punkt den wir bei den Windverhältnissen mit diesem Schiff erreichen konnten.

Skitouren in Island

Island - 1 von 13

Die lebendige Insel im Nordatlantik

Bis heute bebt, brodelt und zischt die Erde Islands und das Land befindet sich in stetiger Veränderung. Bizarre Landschaftsformen haben sich über Jahrmillionen gebildet, wie die Steilküsten und Plateauberge im Norden der Insel. Im Süden und im Zentrum finden wir riesige Gletscherflächen unter welchen nicht selten aktive Vulkane schlummern. Im letzten Jahrhundert wurde durchschnittlich alle 2 -3 Jahre ein Vulkanausbruch auf der Insel verzeichnet. Diese Vulkantätigkeit ist auf die Tatsache zurückzuführen, dass die Insel genau auf dem Mittelatlantischen Rücken liegt, der sich diagonal unter der Insel durchzieht. Hier treffen die Nordamerikanische und die Eurasische Platte aufeinander, besser gesagt sie driften auseinader. Der sogenannte Island-Plume unter der Insel sorgt für ständigen Nachschub von gescholzenem Gesteinsmaterial und ist die Ursache für die Entstehung wie auch für den anhaltenen Vulkanismus auf der Insel.

Tröllaskagi, die Halbinsel der Trolle

Eine der attraktivsten Regionen für Skitouren ist die Tröllaskagi, eine von mehreren kleinen Fjorden gegliederte Halbinsel in der Nähe von Akureyri, der zweitgrößten Stadt Islands. Viele der Berge an den Fjordufern erreichen Höhen um die 1.000 m und locken mit perfektem Skigelände und Abfahrten bis ans Meer. Sogar kleinere Skigebiete sind hier zu finden. Früher lebte die Region vom Fischfang, inzwischen ist der Tourismus die wichtigste Einnahmequelle.

Ankunft in Island

Wir erreichen die Insel mit der Iceland Air und landen um 16:00 Uhr in Kevlavik, das ist der einzige internationale Flughafen in Island und liegt ca. 60 Km entfernt von Reykjavik.

Der Tourismus und das Leben in Dalvik

Wenn es heißt eine Region lebt vom Tourismus, dann bedeutet es oft, dass hier nichts mehr ist wie es einmal war. In Dalvik erlebt man genau das Gegenteil, nichts deutet in der Ortschaft darauf hin, dass man sich hier auf den Tourismus vorbereitet hätte. Verschlafen liegen Straßen, Häuser und Hafen am Eyjafjörður als wäre die Zeit stehen geblieben. Es gibt außer einem Supermarkt, zwei Restaurants, einen Liquor Store, zwei Hotels und ein paar Cottages, fast nichts was man unter touristischer Infrastruktur verstehen könnte. Ein ehemaliges Tankstellengebäude dient als Umkleidekabine und Treffpunkt für die Teilnehmer der Whale Watching Exkursionen, die hier nach telefonischer Anmeldung von Zeit zu Zeit stattfinden.
Der Dreh- und Angelpunkt in Dalvik ist das Kaffihús Gísli, Eiríkur, Helgi. Ok - der Name ist ein bisschen lang, merkt Euch einfach Bjarni, er ist der Betreiber und der "Hans Dampf" in den Gassen von Dalvik. Der Name ist Programm. So trifft man ihn bei 2 Meter Neuschnee mit der Schneefräse und in kurzen Hosen dabei an, den Zugang zu seinem Kaffihus freizulegen. Er ist auch der Vermieter des Dalvik Hostel in dem wir logieren, seit wir vor über 10 Jahren den Ort zum ersten Mal betreten haben. Zusammen mit seiner Frau Heida hat er in liebevoller Kleinarbeit das Hostel und das Kaffihus renoviert und dabei reichlich nach isländischer Art dekoriert. Isländer lieben Antiquitäten und schmeißen nichts weg und so wurden einige orginelle Requisiten ins rechte Licht gerückt. Übrigens diente das Kaffihus dder Dorfgemeinschaft bis vor kurzem auch als Kino.

Unsere Basis in Dalvik

Dalvik ist strategisch gesehen der günstigste Ausgangspunkt für Skitouren auf der Tröllaskagi und Ausflüge in den interessanten nordöstlichen Teil der Insel. Die beliebten Paradegipfel wie Jökulkollur, 1.045 m und Saudaneshnjukar, 988 m liegen unmittelbar vor der Haustür und ein Ausflug zum Goðafoss oder Myvatn See ist zeitlich auch nach einer Skitour noch möglich. Zu den Touren an der Golden Coast, die sich gut mit einem Besuch des kleinen Fischereihafens Grenivik verbinden lassen. sind von hier aus ein schöner Tagesausflug.

Skitouren in Kirgistan

Kirgistan - 17 von 25

Kirgistan ist ein kleiner Staat in Zentralasien, der flächenmäßig knapp drei mal so groß ist wie Bayern.Das Land besteht zu über 90 % aus Gebirge.

Unterwegs im Himmelsgebirge

Der Tian Shan erreicht in der Grenze zu Kasachstan und China eine Höhe von knapp 7.500 Meter. Seit über 20 Jahren sind wir regelmäßig zum Klettern, auf Trekking- und Skitouren in Kirgistan unterwegs und sind immer wieder begeistert von der Gastfreundschaft, der Vielfältigkeit der Landschaften und den unterschiedlichen Kulturen.

Skitouren in Arslanbob

Unsere Reiseroute führt uns von Osh über Dschalal-bad in das erste Tourengebiet bei Arslanbob. Die Ortschaft liegt am Fuße der mächtigen Kalkstöcke der Babash-Ata Mountains und die schneebedeckten Gipfel sind schon weit aus der Ferne sichtbar. Sie erreichen eine Höhe von fast 4.500 Metern und die schroffen Berggestalten ragen stolz in den blauen Winterhimmel. Bekannt ist Arslanbob unter anderem auch für seine ausgedehnten Walnusswälder und Wildobstbestände, die als eine der größten auf der Erde gelten. Die Menschen in Arslanbob leben von der Landwirtschaft und es herrscht ein reges Treiben auf den Straßen. Manchmal ist es schwierig eine Straße zu befahren, denn einen Winterdienst nach unseren Maßstäben gibt es dort natürlich nicht. Die Devise heißt mit Vollgas den Schnee platt fahren und möglichst nicht stehen bleiben. Wir sind froh über unsere Toyota Jeeps und selbst an diesen geländetauglichen Fahrzeugen müssen Ketten montiert werden um an die Ausgangspunkte für die Skitouren zu gelangen.

Reiterspiele und kirgiesische Küche

Ein besonderes Schauspiel bieten die Reiter, die sich täglich auf dem zentralen Platz oberhalb des Dorfes versammeln und ihre Kräfte in verschiedenen Reiterspielen messen. Das Regelwerk war für uns nicht durchschaubar, jedoch hatten wir die beste Sicht auf das Geschehen durch unsere erhöhten Position auf den Bergen.

Die Unterkunft bei einer einheimischen Familie war deutlich besser als wir es erwartet hätten. Es gab sogar eine Sauna im Haus und eine perfekt funktionierende warme Dusche. Zu Essen gab es die typische Mischung von einheimischer an westliche Bedürfnisse angepasste Küche. Erst als wir wirklich deutlich zu Verstehen gaben, dass wir gerne typische Landesgerichte essen möchten, stellte die Cheffin des Hauses den Speiseplan um und alle freuten sich, dass uns europäischen Gästen die zentralasiatische Küche mundet.

Skitouren im Suusamyr Valley

Nach 4 Tagen geht die Reise weiter auf dem Tien Shan Highway Richtung Norden und über den Ala-Bel Pass erreichen wir das Suusamyr Valley. Im Gegensatz zum südlichen Teil des Tien Shan herrscht hier oben ein deutlich kontinentaleres Klima mit tiefen Temperaturen. Die vegetationslose Landschaft steht im krassen Gegensatzt zu den fast lieblichen Tälern um Arslanbob.

Unsere Chalets liegen über dem Hochtal auf über 2.800 m. Das Licht und der Ausblick von unserer Unterkunft über das Tal und auf die gegenüberliegenden Bergketten ist phänomenal. Wenn es nicht so kalt wäre, würde man einfach nur draussen stehen bleiben und das Naturschauspiel bestaunen. Die Tourenmöglichkeiten sind hier unendlich groß und wir entdecken täglich jede Menge neue unverspurte Hänge und Flanken. Es liegt hier deutlich mehr Schnee als in Arslanbob und durch die tiefen Temperaturen ist die Schneequalität natürlich hervorragend. So genießen wir traumhafte Pulverschneeabfahrten von den umligenden Bergen, die alle direkt von unserer Unterkunft aus zu erreichen sind. Nach den Skitouren geht es gleich mal in die Sauna, die ein wirklicher Genuß ist nach einem Tag draußen in diesen Temperaturen. Unsere kleinen Chalet verfügen ebenfalls über eine gute Heizung und warme Duschen. Das Essen in dem dazugehörigen Restaurant ist abwechslungsreich und für diese Region wirklich sehr gut. Wir sind die einzigen Gäste in der Anlage und werden wirklich bestens versorgt.

Die Hauptstadt Bishkek

Leider heißt es auch hier wieder Abschied zu nehmen und wir müssen zu unserer letzten Etappe in Richtung Bishkek aufbrechen. Nach einer Fotosession mit unseren liebenswerten kirgiesischen Gastgebern besteigen wir unsere Toyota Jeeps. Die Strasse bohrt sich sofort mit einem langen Tunnel durch den benachbarten Berg und steile Täler begleiten uns hinaus in die Ebene bis in die Hauptstadt. Eine kurzer Einkaufsbummel mit Stadtbesichtigung bildet den Abschluß diese außergewöhnlichen Reise und beim Abschlussdinner taucht schon die Frage auf was man denn noch in diesem Land unternehmen könnte. Da gibt's ganz sicher noch Einiges!

Reisezeit

Die ideale Reisezeit für Skitouren in Arslanbob und Suusamyr ist von Mitte Dezember bis Mitte März. Die Tourengebiete sind nicht vergletschert und liegen ungefähr am 42. Breitengrad, was in etwa der Lage von Rom entspricht. Zum Zeitpunkt unserer Reise, Ende Januar lagen die Temperaturen in Arslanbob um den Gefrierpunkt, im Suusamyr Valley deutlich unter 20 Grad minus. Ähnlich tiefe Temperaturen herrschen zu dieser Jahreszeit auch in Bishkek.

Skitouren in der Türkei

Türkei - 10 von 13

Aladaglar Nationalpark in Kappadokien Von Michaela Karrasch

Wer an Skitouren in der Türkei denkt, hat meist den Berg Ararat im äußersten Osten der Türkei im Kopf. Ein großer Fehler!
Schon 1,5 Stunden von der Küstenstadt Adana entfernt, warten im östlichen Taurusgebirge Skitouren, die keine Wünsche offen lassen, von den Vulkanen Erciyes und Hasan Dagy am Rande Westkappadokiens ganz zu schweigen.
Für Skitouren braucht man bekanntlich Schnee. Eine Stunde nach Adana ist davon noch nicht viel zu sehen. Im Gegenteil, der türkische Frühling gibt sein Bestes, Obstbäume blühen, die Wiesen leuchten grün wie bei uns im Mai. Doch unsere sorgenvollen Mienen sind unberechtigt. Kurz nach der Kilikischen Pforte, die schon im Altertum eine wichtige Nord -Südverbindung durch das Taurusgebirge war, erwarten uns die glitzernden Gipfel der

Aladaglar – und Bolkarkette

In Cucurbag, einem kleinen, urigen Dorf auf 1400 Meter Höhe nimmt uns Recep Ince in seiner gemütlichen Aladaglar Lodge auf. Schon für den nächsten Tag planen wir ein erstes Highlight: den 3700 Meter hohen Mount Emler. Mit 2300 Hm geht es gleich richtig zur Sache. Sollte für uns Trainierte machbar sein, denken wir, allerdings täuschen die Dimensionen und Entfernungen gewaltig. Ein felsiges Steilstück vor uns will einfach nicht näher kommen und wir haben viel Zeit, uns zu überlegen, wo es einen Durchschlupf geben könnte. Ein schon von weitem sichtbares Couloir löst sich dann aber überraschend auf, wir überwinden es zu Fuß. Vom Gipfel bietet sich dann ein überwältigendes Panorama. Bis weit nach Kappadokien reicht der Blick. Was für ein Kontrast – die glitzernden Hänge vor uns und dahinter weite braunen Ebenen und immer wieder schneebedeckte Berge in der Ferne. Wir können uns gar nicht satt sehen, und haben vor der Vielzahl an fantastischen Skitouren in unserer nächsten Umgebung die Qual der Wahl für die nächsten Tage.

Und obwohl es im Tal inzwischen schon recht warm geworden ist, können wir auf letzten Firnresten durch ein Bachbett bis zum Auto abfahren. Eigentlich ist eine solche Tour nicht mehr zu toppen – dachten wir. Den nächsten Tag lassen wir etwas geruhsamer angehen und nehmen uns den 2900 Meter hohen Pancarlik am Buldurus Pass vor. Wir lassen uns wieder durch anfänglich sanft ansteigende Hänge täuschen, die zum Gipfel hin immer steiler werden und an Vulkanflanken erinnern. Urplötzlich tauchen Täler und Einschnitte auf, wo vorher keine waren, ein einsamer Baum steht auf 2100 Meter in der Landschaft. Genau zur Mittagszeit erreichen wir den Gipfel.

Ein Muezzin ruft im Tal zu Gebet,
was seltsam berührt unter diesen Umständen
– im Schnee sitzend auf Skitour.

Schon vom Gipfel des Mount Emler sahen wir eine weitere hohe Gebirgskette im NW, die wir nicht recht zuordnen konnten. Wir fragen Recep danach, doch ihm ist nicht bekannt, dass dort jemals Skitouren unternommen wurden. Genau das Richtige für uns, schließlich sind wir zur Gebietserkundung hier!

Den Ruhetag in den heißen Thermalquellen von Ciftehan nutzen wir auch gleich, um dort nach möglichen Skitouren Ausschau zu halten. Eine kleine Strasse führt zuerst am Fuß, dann gegenüber der Nordflanken der Bolkarberge durch eine Hügelkette auf einen Pass. Von diesem Aussichtspunkt suchen wir mit dem Fernglass mögliche Anstiegsrouten und werden mehr als fündig. Auf 15 Kilometer Länge eine Schneeflanke schöner als die andere. Und nirgends eine Aufstiegsspur! Unsere Tage hier werden nicht ausreichen, alles zu befahren.

Wir entscheiden uns zuerst für eine Linie, die ihresgleichen sucht. Wie ein umgekehrtes S zieht ein Couloir ca. 750 Hm die steilen Flanken empor. Ob es durchgängig befahrbar ist, lässt sich von unserem Standpunkt aus schwer sagen, aber wir wollen es auf jeden Fall versuchen.

Am nächsten Tag ist schon nach ein paar Aufstiegsmetern alle Euphorie verflogen, ein steiler Wasserfall scheint unüberwindbar.

Sigi findet dann doch eine Ausweiche zu Fuß im rechten Hang, bei Ausrutschern mit garantiertem Wasserkontakt. Dann schrauben wir uns Kehre für Kehre nach oben, mehrmals geht es wegen der Steilheit nur zu Fuß weiter. Immer wieder weicht anfängliche Skepsis einer Euphorie, wenn sich das Couloir scheinbar in den Felsen verliert, um dann doch nach einer vorher uneinsehbaren Biegung weiter nach oben zu ziehen. Schließlich weitet sich das Gelände und wir gelangen durch eine Felspforte auf unseren „Gipfel“, einem Grat auf 2990 m Höhe. Die steile Abfahrt in diesem exponierten Gelände ist aufregend. Glücklich wie große Entdecker stehen wir nach einigen Stunden wieder am Schluchteingang. Vulkane in Zentralanatolien

Heute stehen wir um 5;30 Uhr auf – der Muezzin ruft gerade. Es ist noch eiskalt in unserer Hütte. Ohne Frühstück geht es los, 105 Km zum Vulkan Erciyes Dagi, mit 3917 m die höchste Erhebung Zentralanatoliens. Schon aus 70 km Entfernung erhebt er sich majestätisch über der kargen Steppe. Nach einem Frühstück in Tehir Yaylasi, dem Skizentrum auf 2150 m Höhe, geht es zuerst 200 Hm gemütlich mit dem Lift bergauf, dann mit den Skiern sanft ansteigend über weitläufige Lavahalden. Wir wählen für den weiteren Anstieg eine Flanke links vom sogenannten Teufelscouloir, durch das wir später abfahren werden.

Allmählich wird es immer steiler, die Sonne verschwindet und ein eisiger Wind kommt auf. Der Schnee wird so hart, dass wir die Ski ausziehen und zu Fuß weitergehen.

Am Grat erreicht der Wind Sturmstärke. Wir kämpfen uns um eine Felsnadel herum und weiter zum Schneegipfel. Den eigentlichen, felsigen Gipfel schenken wir uns. Nach den obligatorischen Gipfelfotos beeilen wir uns Höhe zu verlieren und carven rasch ins Tal, zuerst die steilen Gipfelflanken hinab, dann durchs enge Teufelscouloir. Am Ausgangspunkt kehren wir ein auf einen heißen Tee – Apres Ski auf Türkisch.

Ca. 200 Km westlich vom Erciyes wartet ein weiterer Vulkan auf unsere Besteigung, der 3240 m hohe Hasan Dagi.
Direkt am Rande von Kappadokien erhebt er sich 2000 Hm aus der Ebene, nicht ganz so imposant wie der Erciyes, aber fast eindrucksvoller durch seine symmetrische Form. Die Firnflanken lassen bei strahlenden Sonnenschein keine Wünsche offen und machen die Tour zu einem unvergleichlichen Erlebnis, mit dem wir diese rundum gelungene Skitourenwoche der etwas anderen Art beschließen.

Welche Überraschung auf der Abfahrt– mit ein bisschen Gespür für die optimale Exposition genießen wir griffigen Pulverschnee,für Ende März sicher die Ausnahme.

Türkei – wir kommen wieder!

Tromsø - Paris des Nordens

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Macht man sich bewusst, auf welchem Breitengrat sich diese Siedlung befindet, kommt man noch mehr ins Staunen.

Ølhallen und Eiskapelle

Unverwechselbar ist der Blick von oben auf Tromsø, denn die Stadt liegt auf einer Insel und ist über die bereits 1960 fertig gestellte Tromsøbrua mit dem Festland verbunden. Die elegante Bogenbrücke ist heute zusammen mit der kurz darauf erbauten Eismeer-Kathedrale das Wahrzeichen der Stadt. Ein kurzer Besuch dieser umtiebigen Metropole gehört zum Pflichtprogramm einer jeden Reise, die in diese Region führt. Sie gilt als das kulturelle Zentrum nördlich des Polarkreises und hat viele interessante Sehenswürdigkeiten zu bieten. Man muß aber nicht jedes Museum betreten haben um den Flair und den Spirit der Stadt zu fühlen. Schon ein entspannter Spaziergang vor dem Abendessen vermittelt einen guten Eindruck. Am Ende der Fußgängerzone befindet sich z. B. die nördlichste Brauerei der Erde (Mack), mit der legendären „Ølhallen“. Ganz in der Nähe kann man an dem Museumsschiff MS Polstjerna, einem alten Robbenfänger vorbeigehen. Zurück im Hafen, in unmittelbarer Nähe unseres Hotels liegt das Polarmuseum. Die Besichtigung der Eiskapelle ist empfehlenswert und gleichzeitig befindet sich in der Nähe die Talstation auf den gut 400 Meter über der Stadt liegendem Storsteinen, von dem man eine beeindruckende Aussicht auf die Insel Tromø hat.

Reindeer Steak oder Bacalao

Je nach Ablauf des Wochenprogramms unternehmen wir bei gutem Wetter am vorletzten Tag eine Skitour auf den 1.238 m hohen Tromsdaltinden. Von hier hat man natürlich die beste Aussicht.
Wir verbringen die letzte Nacht im Hotel Clarion With oder The Edge. Beide Hotels gehören zu den besten in Tromsø und liegen direkt am Hafen und 5 Minuten von der Fußgängerzone entfernt.
Für das letzte Abendessen dieser Reise stehen einige typisch norwegische Restaurants in der Altstadt von Tromsø zu Auswahl. Natürlich gibt es nicht nur Fisch, wie wäre es mal mit einem zarten Reindeerfilet im Emma's oder Bardus. Die Reservierung sollte ein paar Tage zuvor erfolgen, denn so einsam wie wir die Woche zuvor auf Skitour unterwegs waren, so belebt ist das Zentrum dieser Stadt. Wer am Sonntag einen der späteren Rückflüge gebucht hat kann sich Vormittags noch die Zeit in einem Museum oder einem gemütlichen Café vertreiben, oder einfach nur lange schlafen und gemütlich brunchen.

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