Reiseberichte

Skitouren auf den Lofoten

Reisebericht von Michaela Karrasch
Termin: 25.03.-01.04.2018

Zum ersten Mal in Norwegen und mit den gängigen Klischees im Kopf: Schroffe Berge, tief eingeschnittene U-Täler, unergründliche Fjorde, rote Holzhäuser und ein Licht, klar wie Glas – sofern das Wetter mitspielt.

Ich muss sagen, die Inselgruppe der Lofoten im Nordatlantik, 300 km nördlich des Polarkreises, wird allen Klischees gerecht. Svolvaer, der Hauptort der Insel Austvagoya ist unser Stützpunkt für die nächste Woche. In urgemütlichen ehemaligen Fischerhütten, Rorbuer genannt, wohnen wir direkt im Hafenbereich mit Blick auf vorbei fahrende Fischkutter und krächzende Möwenschwärme.

Das Frühstücksbuffet am nächsten Morgen lässt keine Wünsche offen und ist, wie man es von Norwegen erwartet, ziemlich fischlastig mit eingelegtem Hering und Räucherlachs.

Unser Gipfel heute heißt Rundfjellet und die 800 Höhenmeter, die uns vom Gipfel trennen, sind gerade recht für eine Eingehtour. Bald fängt es an zu schneien und die Sicht wird immer schlechter. Auf den Gipfelaufbau verzichten wir großzügig. Doch plötzlich reißt es auf und wir sind wie gebannt von dieser ganz besonderen Mischung aus schnee- und eisbedeckten Gipfeln und in der Sonne glitzernden Meeresfjorden. Die Abfahrt dann bedeutet reines Vergnügen in unberührtem Powder.

In Svolvaer lädt eine gemütliche Bar, das Bacalao, zum Apres-Ski ein, und bei einem Bier lassen wir den Tag ausklingen.

Für die nächsten Tage haben wir in der näheren Umgebung gleich mehrere Gipfel zur Auswahl wie den Pilan, Sautinden oder Vagan und wenn die Kondition stimmt, kann man gleich zwei an einem Tag machen, was das Potential an Abfahrtsmetern erheblich steigert. Die sind dieses Jahr auch wirklich ein Genuss, ein Pulverschnee wie Sahne, was nicht immer der Fall ist, wie man uns erzählt.

Nach drei Skitourentagen hat einer von uns den glorreichen Einfall einen Angeltag einzulegen – er ist Hobbyangler. Schließlich seien die Lofoten dafür bekannt, dass riesige Kabeljauschwärme aus dem Nordatlantik an die Küsten der Lofoten zum Laichen kommen. Svolvaer ist für solche Extrawünsche bestens gerüstet und wir mieten uns bei einem ehemaligem Berufsskipper ein, zusammen mit anderen neugierigen Möchtegernanglern aus aller Herren Länder. Wir werden in wasserdichte Overalls und Gummistiefel gesteckt und los geht’s. Ich muss zugeben, anfänglich hielt ich das Ganze für Touristennepp, zwei Stunden auf dem Meer herumschippern, frieren und ohne einen Fisch wieder im Hafen ankommen, weil eben gerade heute die Fische nicht beißen. Weit gefehlt. Nach einer Stunde Fahrt parallel zur Küste meldet das Echolot in 90 Meter Wassertiefe einen Fischschwarm und wir stoppen. Wir sind ca. 20 Personen und bedienen immer zu zweit eine Angel bzw. Rolle. Es dauert keine 5 Minuten und die ersten melden aufgeregt einen Fisch an der Angel. Das Ganze artet zu einem Nationenwettkampf aus, wer den größten Fisch an Land zieht. Eine zierliche Französin gewinnt mit einem 16kg-Brocken. Der Skipper übernimmt die weitere Verarbeitung der Fische, filetiert sie auf der Rückfahrt und jeder kann so viel Fisch mit heim nehmen, wie er will, mit Zubereitungsrezepten aus erster Hand.

Am letzten Morgen, gestärkt durch Fischfilet in allen Variationen, sind wir bereit für den Höhepunkt der Woche, den 1085 Meter hohen Geitgallien mit seinem berühmten Südcouloir. Der Anstieg ist abwechslungsreich und führt durch viele Felsinseln. Pünktlich zur Abfahrt kommt wieder die Sonne heraus und wir haben das Gefühl, direkt in den Fjord hinein zu fahren, ein ganz besonderes Erlebnis. Ein letztes Bier im Bacalao und ein Abschlussessen in Svolvaer runden diese unvergessliche Woche im hohen Norden ab. Jetzt bleibt nur noch, die übrig gebliebenen Fischfilets luftdicht für den Heimflug verpacken zu lassen.

 

Gipfelerfolg am Muztagh Ata 7.546 m

Skitouren in grossen Höhen

Am 15.07.2018 konnten 3 von 6 Teilnehmer zusammen mit Dirk als Expeditionsleiter den Gipfel des 7.546 Meter hohen Muztagh Ata im Westen Chinas / Uigurien auf Ski erreichen. Nach fast 3 wöchiger Akklimatisation und mehreren Abfahrten von den beiden Hochlagern auf 5.500 und 6.600 m war die Gruppe bestens auf den Gipfel vorbereitet. Auch das Wetter spielte mit, nur der Wind im Gipfelbereich machte den Skifahrern etwas zu schaffen.

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Zum Termin und Auschreibung 2019

 

Skitouren in Kirgistan

Im Land der Jurten und der wilden Reiter

Skitourenreise vom 20.-31.01.2018

Kirgistan oder auch Kirgisien genannt ist ein kleiner Staat in Zentralasien und flächenmäßig knapp drei mal so groß wie Bayern. Die Landschaft ist geprägt von den Gebirgsketten des Tien Shan, das übersetzt so viel wie Himmelsgebirge bedeutet. Wir haben bereits einige Male das Land besuchen dürfen und waren immer wieder begeistert von der Vielfältigkeit der Landschaften und den unterschiedlichen Kulturen. Im Südosten, dort wo unsere Reise beginnt liegt die liegt die Stadt Osh. Hier am Rande des fruchtbaren Ferganabeckens ist das Klima fast mediterran und in der Region leben hauptsächlich Usbeken, die dort vom Gemüse- und Getreideanbau leben.

 

Skitouren um Arslanbob

Unsere Reiseroute führt uns von Osh über Dschalal-bad in das erste Tourengebiet bei Arslanbob. Die Ortschaft liegt am Fuße der mächtigen Kalkstöcke der Babash-Ata Mountains und die schneebedeckten Gipfel sind schon weit aus der Ferne sichtbar. Sie erreichen eine Höhe von fast 4.500 Metern und die schroffen Berggestalten ragen stolz in den blauen Winterhimmel. Bekannt ist Arslanbob unter anderem auch für seine ausgedehnten Walnusswälder und Wildobstbestände, die als eine der größten auf der Erde gelten.

Skitouren im Suusamyr Valley

Nach 4 Tagen geht die Reise weiter auf dem Tien Shan Highway Richtung Norden und über den Ala-Bel Pass erreichen wir das Suusamyr Valley. Im Gegensatz zum südlichen Teil des Tien Shan herrscht hier oben ein deutlich kontinentaleres Klima mit tiefen Temperaturen. Die vegetationslose Landschaft steht im krassen Gegensatzt zu den fast lieblichen Tälern um Arslanbob.

Unsere Chalets liegen über dem Hochtal auf über 2.800 m. Das Licht und der Ausblick von unserer Unterkunft über das Tal und die gegenüberliegenden Bergketten ist phänomenal. Wenn es nicht so kalt wäre, würde man einfach nur draussen stehen bleiben und das Naturschauspiel bestaunen. Die Tourenmöglichkeiten sind hier unendlich groß und wir entdecken täglich jede Menge neue unverspurte Hänge und Flanken.

Leider heißt es auch hier wieder Abschied zu nehmen und wir müssen zu unserer letzten Etappe in Richtung Bishkek aufbrechen. Nach einer Fotosession mit unseren liebenswerten kirgiesischen Gastgebern besteigen wir unsere Toyota Jeeps. Die Strasse bohrt sich sofort mit einem langen Tunnel durch den benachbarten Berg und steile Täler begleiten uns hinaus in die Ebene bis in die Hauptstadt. Eine kurzer Einkaufsbummel mit Stadtbesichtigung bildet den Abschluß diese außergewöhnlichen Reise und beim Abschlussdinner taucht schon die Frage auf was man denn noch in diesem Land unternehmen könnte. Da gibt's ganz sicher noch Einiges!

Reisezeit

Die ideale Reisezeit für Skitouren in Arslanbob und Suusamyr ist von Mitte Dezember bis Mitte März. Die Tourengebiete sind nicht vergletschert und liegen ungefähr am 42. Breitengrad, was in etwa der Lage von Rom entspricht.

Skitouren auf den Lofoten und in Narvik

Die Anreise

Skitourenreise: 09.-16.05.2010

Die Lofoten sind am besten per Flugzeug über Oslo nach Evenes (Flughafen Harstad/Narvik) zu erreichen.  Schon vom Flugzeug aus ist die markante, schneebedeckte Inselgruppe im Nordmeer deutlich zu erkennen.
Unsere Truppe besteht aus 10 Teilnehmern, plus 2 Guides.
Der Empfang am Boden ist stürmisch, man kann sagen etwas sehr ungemütlich. Trotzdem verbreitet Stefan, wie immer beste Laune und Optimismus. In strömendem Regen fahren wir mit unseren beiden Leihfahrzeugen Richtung Å.
D
er Ort heißt wie ein trocken ausgesprochenes „O“ und ist der letzte bewohnte Punkt an der Spitze der bananenförmigen Inselgruppe. Wir beziehen unser Quartier aber schon in Svolær, der kleine Metropole auf der Insel Austvågøya und das Verwaltungszentrum der Provinz Nordland.
Drei gemütliche Fischerhütten, die teilweise auf Pfählen direkt im Hafenbecken stehen sind unser zu Hause für die nächsten 4 Tage.

 

 

Skitouren_Norwegen_Lofoten_Aufstieg-zum-Trolltindan-1084 m
Skitouren_Norwegen_Lofoten_Geitgaljen_Abfahrtsroute.jpg

Schneequalität: absolut grandios 

Die neue Umgebung bietet sagenhafte Fotomotive. Abgewrackte Fischerei-Hallen, alte Werftanlagen und eine Fischfabrik stehen im Gegensatz zu unseren frisch gestrichenen roten Fischerhütten. Im Zentrum von Svolvær befinden sich ein paar Hotels, Restaurants, Kneipen ein gut sortiertes Sportgeschäft sowie ein großer Supermarkt.
Inzwischen hat sich der Himmel zum Glück etwas beruhigt und wir starten sogleich zu unserer ersten Spätnachmittagsskitour.
Ein nahegelegener Berg hinter der Ortschaft muss herhalten und nach gut 500 Metern ist die Spitze erreicht. Schneequalität: Der Hammer! Die oberflächlich etwas feuchte Schneedecke erinnert an heimische Firnabfahrten und das zu einer Uhrzeit wo wir zu Hause wahrscheinlich tiefen Sumpfschnee gehabt hätten. Das hebt die anfangs verhaltene Stimmung in den oberen grünen Bereich und bei der Zubereitung des Abendessens zischt schon das Arctic Bier aus der Dose.

Wechselhaftes Wetter und Sonnenschein

Das Wetter ändert sich heute mal wieder stündlich - Sonne, Wind, Regen, ab 200 m Schnee. Heute haben wir die Kombination zweier Anstiege geplant, den Torksmannen und den Rundfjellet, die Gipfelhöhen betragen ca. 800 m. Nach der Querung einiger Bachläufe und einer Spitzkehrenparade durch einen steilen Vegetationsstreifen erreichen wir ideales Skigelände. Am Ende des Tages kommen fast 1300 Abfahrtsmeter zusammen. Ein gelungener Einstand trotz der hohen Luftfeuchtigkeit und einer kleinen Fjordwanderung am Ende der Tour.

Am nächsten Morgen erwachen wir bei Kaiserwetter. Überwältigt von der klaren Sicht und dem Panorama ist das Tagesziel schnell gefunden. Der Geitgaljern, einer der anspruchsvolleren Skigipfeln auf den Lofoten und ganz in unserer Nähe
Als wir ein paar Stunden später aus 1.000 m Höhe aufs Meer hinab schauen sind wir überwältigt. Die Abfahrt führt uns direkt hinunter bis ans Wasser!

Wasser Meer rote Haeuser Berge Schnee blauer Himmel
Dreiergruppe im Aufstieg auf den Lofoten
Skitourengruppe auf einem Gipfel auf den Lofoten
SkiWasser Meer Skifahrer Berge Schnee
Skitouren_Norwegen_Lofoten_Trolldianstinden.jpg
Steilrinne Skitouren um Narvik

Mit dem Schnellboot in den Trollfjord

Am nächsten Morgen geht es mit dem Schnellboot in den Trollfjord und auf den Trolldanstinden. Unberührtes Gelände erwartet uns und wir spuren einsam zum Gipfel. Mit dieser Traumtour verabschieden wir uns von den Lofoten und wenden uns einer weiteren Region zu. Das nächste Ziel heißt Narvik.

Auf dem Weg nehmen wir noch die schöne Südflanke des Pilan mit. Der Ausgangspunkt für die Tour liegt direkt an unserer Reiseroute.
Die Stadt Narvik ist mit ihrem großen Erzverladehafen und ihrer bewegten Vergangenheit unbedingt einen Abstecher wert.  Das Skigebiet am Narvikfjellet zählt zu den besten Freeridespots im hohen Norden. Wir haben jedoch zunächst einen anderen Plan.
Vom Ende des nahegelegenen Beisfjords führt eine Mautstrasse bis an einen einsamen See. Ein 3 bis 4 stündiger Aufstieg bringt uns auf den Gipfel des Mattaeoru und zum Einstieg einer fast 1000 m hohen Felsrinne die ans Canale Holzer in den Dolomiten erinnert. Überhaupt weist dieser Gebirgszug einige geschichtliche Parallelen mit den Dolomiten auf.

Fazit: nächstes Jahr wieder. Und dann jedes Jahr.

Für den letzten Tag haben wir ein paar Freeride Abfahrten mit kurzen Aufstiegen im Skigebiet geplant. Leider ist unser Schönwetterbonus aufgebraucht und so vertreiben wir uns die Zeit mit einer Fahrt nach Riksgränsen. Die historische Bahnlinie zählt laut Reiseführer zu den landschaftlich schönsten Strecken Skandinaviens. Nach dem doch recht intensiven Programm der letzten Tage ist es ein wirklich entspannter Abschluß dieser erlebnisreichen Reise. Am nächsten Morgen geht’s zurück in die Heimat.

D. Groeger